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Familiensysteme nicht nur bei Essstörungen : Eine harte Nuss

Manchmal lassen sich Familiensysteme besser über Figuren, Tiere oder Pflanzen darstellen. Das ist wohl in der analytischen Spieltherapie bzw. auch in vielen systemischen Therapieansätzen bestens bekannt. Das therapeutischen Arbeiten mit Imagination = inneren Bildern hilft Zusammenhänge zu erkennen und zu verändern.

In einer Therapiestunde einer Patientin mit schwerer emotional-instabiler Persönlichkeitsstörung und einer von mir als symbiotisch eingeschätzten dysfunktionalen Beziehung zur (Borderline-Mutter) wird dies wie folgt deutlich.

Es geht mir zunächst darum, dass Frau P immer und immer wieder den telefonischen Kontakt zu ihrer Mutter sucht, der ihr aber nicht gut tut. Ja, eigentlich schon eher als selbstschädigendes Verhalten zu werten ist, da sich in der Folge von Kontakten u.a. Hautwunden an den Händen jeweils deutlich verstärken und auch die bulimische Essstörung stärker wird.

Die Mutter habe aber eine Angststörung, bzw. könne sich allein nicht durchsetzen. Da sich die Schwester der Klientin gerade von der Familie losgesagt habe (nach einem Streit mit dem Vater), benötige die Mutter noch mehr Unterstützung.

Ich lasse Frau P. jetzt das Lebensgefühl ihrer Mutter in ein Bild übersetzen und biete dafür Obst oder Gemüse an. Sie solle sich also in ihre Mutter hinein versetzen und mir das Lebensgefühl beschreiben. Spontan fällt ihr eine braune Kokosnuss ein. Diese sei nach aussen hin „normal“ braun und fest, aber eigentlich überreif. Innerlich sei sie faul bzw. schimmelig und beinhalte eine schwarze, klebrige Flüssigkeit. Diese sei aber für Aussenstehende nicht erkennbar.

Als ich sie frage, welches Gefühl dabei entsteht, wenn sie sich jetzt mit dem Lebensgefühl der Mutter beschäftigt, so übersetzt sie dies spontan als eine Walnuß. Diese sei schwarz und sehr klein. Fast unsichtbar.

Die Kokosnuß und die Walnuß ständen in einer besonderen Abhängigkeitsbeziehung. Zwar habe die Kokosnuß eine harte Schale, aber die Walnuß sei noch widerstandsfähiger bzw. könne in das innere der Kokosnuß schauen. Sie müsse sie stabilisieren. Andererseits sei die Kokosnuß ja grösser und älter und beschützte in gewisser Weise die Walnuß. Beide könnten ohne die andere nicht existieren.

Nun kommen wir zum Vater. Dieser wäre in dem Bild ein grünes Moos. Was sich um die Kokosnuß schmiege, zur Walnuß aber kaum eine räumliche Beziehung habe.

Frau P. schildert, dass es ein parasitäres (symbiotisches) Verhältnis zwischen Moos und Kokosnuß gäbe. Diese beiden Gewächse würden quasi gemeinsam (aber eben nicht allein) Widrigkeiten begegnen.

Die Schwester „hänge als Banane“ an einem anderen Baum. Sie habe derzeit keine räumliche (emotionale) Beziehung. Spielte aber in der Vergangenheit eine wesentliche Rolle. Die Walnuß habe viel auf sich genommen, um die Banane zu schützen.

Nun könnte man natürlich viel in dieses Bild bzw. „Aufstellung“ hinein interpretieren. Abgesehen von den spontanen Schilderungen von Frau P. vermeide ich soweit es geht eigene Analysen, frage eher interessiert nach, wofür das Bild stehen könnte.

Dann leite ich 10 Augenbewegungen von rechts nach links an.

Frau P schildert, dass sich die Kokosnuß und das Moos etwas von einander trennen. Das Moos würde spüren, dass es nicht mehr viel von der Nuß profitieren könne. Das wiederum würde der Kokosnuß widerstreben.

Die Walnuß würde unruhig hin und her rollen.

Der gefällt das wohl so nicht….

Diese Art von Familientherapie würde dann darauf zielen, dass man alle Beteiligten ähnlich einbezieht. Weil es gegenseitige Wechselwirkungen / Ängste und Abhängigkeiten bis hin zur Symbiose gibt.

Denn auch aus einem kleinen Nüsslein möchte bzw. muss eine grosse Nuss werden. Man muss sie nur lassen.

Psychologie-Blog Übersicht Januar 2015

So richtig einfach finde ich es nicht, einen guten Überblick über noch lebende bzw. aktiv weiter geführte Blogs im Bereich der Psychologie und Psychotherapie zu finden. Allein schon für meine eigene Übersicht, habe ich mich mal wieder auf die Suche nach Perlen aus der Blogger-Welt rund um die Psychologie, Psychatrie und Psychosomatik gemacht. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Urgestein Dr. Shaw

Die Webseiten von der Psychologen-Gemeinschaftspraxis Dr. Shaw sind immer einen Besuch wert. Und im Januar geht es hier u.a. um das Vergeben. Noch interessanter fand ich einen Beitrag zur Frage, ob Wohlbefinden zu einer Verlängerung der Lebenserwartung führt.

Stärken im Arbeitskontext von Margit Nowotny

Positive Psychologie bezogen auf den Kontext Arbeit greift Margit Nowotny in ihrem aktuellen Blogbeitrag auf und verweist u.a. auf eine Erhebung bzw. Fragebögen zur Persönlichkeitsdiagnostik der Uni Zürich. U.a. empfiehlt sie einen englischsprachien Online-Kurs zur positiven Psychologie von Barbara Fredericksen. Danke dafür !

Stigmatisierung von Pflegenden in der Psychiatrie

Das Thema psychische Gesundheit bzw. Selbsterfahrung und Selbstschutz von Mitarbeitern im Psychologie- und Psychiatrie-Bereich liegt mir natürlich auch sehr nahe. Psychiatrie to go beschäftigt sich mit den Ergebnissen einer Umfrage unter Pflegern und Krankenschwestern in der Psychiatrie zum Thema Stigmatisierung.

Peter Teuschel Schräglage>

Auch regelmässig von mir besucht (gerade gestern was zur Depot-Therapie mit Neuroleptika bei Schizophrenie gelernt…) beschäftigt sich Schräglage u.a. mit einem Urteil zum Thema Mobbing. Mobbing verjährt nicht (vom 15.1.2015)

So… Soviel als erster Überblick für dieses Jahr und zum Nachsurfen. Mich würden Eure Blog-Tipss interessieren ….

Blogge wie ein Pirat

Bildschirmfoto 2015-01-04 um 13.13.24Das alte Jahr 2014 ist überstanden und 2015 ist am Start. Zeit für Rückblicke und gute Vorsätze. So auch in der Bloggerwelt. Und schon wieder eine Blogparade, diesmal zum Thema gute Vorsätze zum Bloggen vom Blog Zielbar. Eigentlich mag ich keine guten oder schlechten Vorsätze. Und zurück in die Vergangenheit schauen ? Auch nicht so mein Ding.

Aber gut : Schauen wir mal, was denn so mir zum Thema „Besser bloggen 2015“ einfällt. Und was ich davon auf diesen Blog so übertragen kann.

Im Juli des letzten Jahres entstand quasi als Zweigstelle meines ADHS-Blogs die Seelenklempnerei. Hier ist Platz für ungewöhnliche Sichtweisen und Metaphern aus der Welt der Psychologie, des Selbstmanagements oder Zielerreichung. Gerne eben „anders als die Anderen“. Quergedacht und nachgedacht. Ich blogge aus Spass und nicht zum Geldverdienen.

Frage 1 : Wie war bzw ist die „Performance“ der Seelenklempnerei ?
Für einen neuen Blog ist die „Performance“ gar nicht übel. WordPress meint, dass ich mit ingesamt etwa 19000 Besuchern 7 mal die Concert Hall der  Oper in Sydney vollbekommen hätte. Glücklicherweise singe ich ja nicht.  Im August hatte ich dann mit über 400 Besuchern an einem Tag die höchste numerische Beteiligung.

Der „beliebteste“ Artikel handelte über das Nichtstun – Wie finde ich den Ausschalter für mein Gehirn und natürlich auch zum Thema Burnout bzw. Zeitschuld und Zeitarmut

 

Performance heisst aber eben auch „Vorstellung“, oder eber Unterhaltung. Oder Erreichen des Publikums. Hier habe ich zunächst viel experimentiert. Und werde das auch 2015 machen. Die Aktion PPP = Poste positive Postings war da so ein Beispiel, das mir viel Spass gemacht hat. Auch wenn es nun vielleicht nicht viral über das Internet sich verbreitete….

Was uns nahtlos zu Frage 2 führt

Frage 2 : Willst du thematisch und inhaltlich etwas verbessern? Wenn ja, was und wodurch? Möchtest du deinen Zielgruppenfokus ändern/optimieren?

Natürlich will ich das. Aber da mein Thema eben doch recht weit gefasst ist, und ich von Zeitwohlstand bzw. Burnout über Esstörungen  bis zu Harry Potter bzw. den Einsatz von Imaginationstechniken ein sehr weites Themenspekrum habe, ist es schwierig meinen Zielgruppenfokus zu optimieren. Der Fokus dieses Blogs liegt auf eine neue Sichtweise zur Selbstregulation und Selbststeuerung. Auf psychologisch könnte man auch schreiben : Höhere Handlungsfunktionen des Gehirns (Exekutivfunktionen) alltagsrelevant verstehen und für Alltagsprobleme bzw. Fragestellungen anzuwenden. Und dies über Metaphern bzw. innere Bilder plastisch verstehbar und anwendbar machen.

Ich freue mich eher, wenn ich auf Leser wie Euch stosse, die meine wilden Gedankenstrudel in den Ozean mitmachen und sich dann auf eine Kaperfahrt mit zunächst ungewissem Ziel aufmachen. Auf in neue Welten könnte man da als Motto nehmen.

Passend dazu bin ich heute auf einen tollen Lehrer namens Dave Burgess gestossen, der u.a. Seminare bzw. auch ein Buch zum Thema „Teach like a pirate“ anbietet. Und dann als Pirat verkleidet Lehrern Unterricht neu verpackt nahebringt.

Das Video (und sein Buch) empfehle ich mal für Alle, die sich mit dem Thema Unterricht bzw. Vermittlung von Themen beschäftigen müssen.

Im Grund sind ja nun Psychotherapie, Unterrichten und ein Blog schreiben nicht so weit voneinander entfernt. Wir haben ein spezielles Thema („Content ist König“) und dieses Thema soll mit maximaler Begeisterung und Enthusiasmus auf möglichst einzigartige Art und Weise an die Zielgruppe gebracht werden. Und zwar so, dass sich ein hoher Wiedererkennungswert ergibt, die eigenen Beiträge möglichst weiter geteilt bzw. die Leser zu Kommentare interaktiv angeregt werden.

Blogger sind also in dem Sinne erstmal auch Unterhaltungskünstler. Oder eben Piraten. Klar machen zur Enter-Taste. Ich kapere mal nicht ein fremdes Schiff, aber klaue die Idee als guten Vorsatz bzw. allgemeine gute Ratschläge für das Bloggen (und das Leben) im Jahr 2015 :

Blogge wie ein Pirat….

Vorsatz Nr 1 :  Das Feuer der Piraten soll in jedem Blogbeitrag greifbar sein
Gut, was verbinden wir mit Piraten ? Natürlich Abenteuer, vielleicht auch Schatzkarten. Wilde Kämpfe mit Sieg und Niederlagen. Aber auf jeden Fall der Aufbruch in Neuland, in unentdeckte Territorien mit der Aussicht aus Gold und Reichtum (ohne eigene aktive regelmässige Arbeit). Klar, ein passives Einkommen im Internet, wer hätte das nicht gerne.

Wir  Blogger sind auf der Suche nach der Keywort-Nische mit maximalen Einnahmen bei möglichst geringer Konkurrenz. Wobei man dann auch noch gefunden werden möchte. Wer so an das Thema herangeht, wird dann einen Blog über Blog-Einnahmen schreiben. Und vielleicht 4,88 Einnahmen im Monat verzeichnen.

Die Nischenthemen sind offenbar die eigentlichen Goldschätze  für die Blogger.  Wenn man nicht zu den Mainstream-Kapitänen der grossen Meinungs-Blogger gehört.
Wobei man da eben die richtige Schatzinsel finden müsste. Und dann dafür sorgen muss, dass der eigene Blog mit dem Inselthema gefunden wird. Gar nicht so einfach, zumal die Navigationsmaschine Google die Blogger weitgeheend im Stich gelassen hat. Gefunden werden Blogs eher durch Zufall bzw. durch Weiterempfehlung. Bis man dann soviel Vernetzung hat, dass man zum Thema auch so gefunden wird. Was ich aber eher als Illusion bzw. nahezu unlösbare Aufgabe  ansehe, wenn man ein Thema wie Psychologie bzw. Coaching etc gewählt hat. Anders mag es vielleicht bei Blog-Themen wie Bonsai-Bäume oder Seifensieden gewählt hat.

Aber als Blogger-Pirat geht es natürlich eher um  „höhere Werte“ als schnöder Mamon. Es geht um Unabhängigkeit, Ausbruch aus der Konformität und Gleichmacherei. Es geht um die eigene Stimme in den Weiten des Internets. Und so einen Kram bzw. Idealismus. Muss man ja vielleicht nicht so hoch aufhängen, dass man gleich am Mast aufgeknöpft wird…

Ratschlag vom Seelenklempner :
Für Blogger wie für das richtige Leben gilt : Suche dir Themen, die DICH begeistern. Dann kannst Du auch andere Menschen damit anstecken bzw. finden. Egal, wie exotisch das Thema sein mag.

Vorsatz 2 : Als Blog-Pirat will ich laut und deutlich hörbar sein

Ein Seeräuber muss ein lautes Organ haben. Er möchte gehört werden. Manchmal aufdringlich und vielleicht über das Ziel hinaus. Aber dafür engagiert und Mitten drin und nicht nur von der Seitenlinie im Thema drin. Eine eigene Meinung vertreten bzw. eigene ungewöhnliche Sichtweisen machen es aus, dass man einen Blog in die Leseliste aufnimmt bzw. wiederkehrt. Man muss vielleicht nicht wie viele Piraten gefürchtet sein. Und natürich schön legal bleiben. Aber das eigene Terretorium sollte klar markiert werden. Und andere Blogger in diesem Seegebiet dann eben auch bekannt sein.

Aber diesen eigenen Bereich auf der Seekarte der Internetweiten  muss man eben auch pflegen und regelmässig besuchen.  Darauf aufmerksam machen und sich bemerkbar machen.

Wenn es um eine kleinere Zielgruppe bzw. den Spass an der Sache als Hobby geht, ist es wesentlich leichter. Aber im Grunde kein grosser Unterschied. Es macht keinen Spass, wenn der Blog nicht gelesen und gefunden wird. Das bedeutet also, man muss an den üblichen Häfen der sozialen Kommunikation beteiligt sein. Für 2015 werde ich den ein oder anderen Blog-Beitrag auch mal auf der Huffington-Post veröffentlichen. Mal schauen. Das ist auf jeden Fall ein grösserer Dampfer. Ganz sicher, kein Piratenschiff. Aber allein gegen den Wind kreuzen, ist vieleicht auch nicht für alle Themen richtig.

Gerne würde ich auch mal auf anderen Blogs Gastbeiträge posten bzw. Gastbeiträge auf meinem Blog veröffentlichen.

Natürlich geht es dann auch darum, Leser zu fangen. Aber eben nicht als Geisel zu nehmen, sondern mit auf die Blogger-Reise der Seelenklempnerei zu nehmen. Solange sie Spass daran haben.

Vorsatz 3 : Rapport oder Rückmeldung

Ich halte ja sehr gerne Vorträge. Für 2015 freue ich mich bereits auf Termine zum Thema ADHS in Gera, später dann in Frankenberg u.a. zu ADHS und Kreativität bzw. ADHS und Partnerschaft. 2014 habe ich u.a. auch zu Burnout und Erschöpfungsdepressionen Vorträge gemacht. Vorträge bzw. Seminare machen Spass, weil sie einen direkten Kontakt = Rückmeldung ermöglichen. Man muss sich dabei thematisch, aber auch von seinem ganzen Auftreten auf das Publikum einstellen. So wie ich mich halt als Psychotherapeut jeweils neu auf meine Patientin oder Patienten einstellen muss.

Die direkte Rückmeldung macht den Spass am Bloggen aus bzw. den Unterschied zu Büchern.

Übertragen auf die Blogger-Welt bedeutet es aber auch, dass sich jeder Blogger über jeden einzelnen Kommentar bzw. Feedback freut.  Interaktion ist eben der Schlüssel für einen lebendigen Blog. Dazu gehört dann auch, dass Beiträge über Facebook oder andere Soziale Medien weiter geteilt und transportiert werden.

Für 2015 nehme ich mir also vor, selber mehr Kommentare bzw. Feedback in anderen Blogs zu geben. Immerhin ist das der Kern des Sozialen Netzes Internet und der Kerngedanke der Unterstützung beim  Bloggen

Vorsatz Nummer 4 : Reichtümer sammeln und teilen

Das Gold des Internets ist schwer zu finden. Ich habe mir vorgenommen, häufiger mal auf die Googel-Adsense Werbung meiner Blogger-Kollegen zu klicken. Kostet mich keine Cent, macht sie aber etwas reicher.Auch wenn man ja nach den Google-Richtlinien nicht zum Klicken der eigenen Werbung aufrufen darf… Adsense ist quasi das Mikro-Gold der Blogger. Ich selber zweifele ja, dass man nun über Affiliate-Links für Kreditkarten oder gar Investment-Programme reich werden kann. Dann doch eher über Amazon-Affiliate-Links.
Mit diesem Blog werde ich auf absehbare Zeit mir keine neue Villa oder Jacht leisten können. Muss ich aber auch gar nicht.

Eigentlich verdient man als Blogger sein Geld eher über eBooks bzw. das Verramschen der User-Daten der Newsletter. Oder Artikelplätze und Backlinks  Ob ich ein ebook schreibe, ist noch nicht so ganz klar. Im Kern würde ich schon gerne, wenn ich nur etwas zielgerichteter wäre. Ich kann mich so schwer auf ein einzelnes Thema festlegen :Eigentlich will ich schon lange für meine Patienten der Klinik ein Buch über Schlaf, Stress und Burnout schreiben, dass viele Themen aus dem Blog vertieft bzw. noch weiter aufgreift.

Mein Tip zu diesem Thema : Setze Dir realistische Ziele und erwarte nicht das grosse Geld für Deinen Blog. Backe kleine Brötchen.

Vorsatz Nummer 5 : Die richtige Analyse und die richtigen Fragen stellen

Seeräuber müssen den Wind in der richtigen Richtung haben. Und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen und Antworten haben. Als Kapitän sollte man sein Schiff vor dem Untergang bewahren, andererseits aber mögichst den anderen Konkurrenten immer eine ordentliche Seemeile voraus sein.  Die Trends für 2015 kenne ich aber auch noch nicht. Vielmehr verlasse ich mich auf meine Intuition und darauf, dass ich mich von Themen dann einfach angesprochen fühle. Dann finde ich schon die richtigen Themen bzw. Fragestellungen.

Noch besser für einen Blog ist es aber, wenn man die Themen der Leser aufgreift bzw. hier das Feedback nutzt. Meine Blogbeiträge zum Frosch auf dem Herd sind hier ein schönes Beispiel, wo sich aus einer einfachen Metapher immer weitere Fragestellungen für weitere Themen ergaben.

Vorsatz Nummer 6 : Orthographie gilt eigentlich auch für Piraten

Obwohl ich eigentlich einen Deutsch-Leistungskurs besucht habe : Rechtschreibung und Zeichensetzung gehört nicht zu meinen Störken. Hier werden wohl auch 2015 meine Leser ein wenig Leid ertragen müssen. Obwohl ich Besserung gelobe… Ich verstehe aber, dass hier mehr Sorgfalt notwendig wäre….

Vorsatz Nummer 7 : Dem eigenen inneren Kompass vertrauen

Letztlich möchte ich mit diesem Blog Euch zum eigenen Phantasieren anregen. Piraten sind da doch schon eine gute Metapher. Wenn es um den richtigen Kompass auf dem Weg zum Ziel 2015 geht, welche Form hat Euer Kompass ? Wäre es ein Taschenkompass oder aber ein grosser Kompass auf dem Piratenschiff ? Wenn ihr auf Kurs seid, wohin zeigt die Kompassnadel in Richtung Zukunft ?

Jeder von uns braucht nicht den guten Rat für das ganze Leben. Sondern eben einen eigenen inneren Kompass, der uns dann den Kurs zum eigenen Glück beschreibt. Und uns Abweichungen anzeigt.

Vorsatz Nr 8 : Eine flotte Flotte von Gleichgesinnten auf gemeinsamen Kurs
Vielleicht ergibt sich über die Blogparade die Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Querdenkern bzw. Individualisten, die dann doch einen gemeinsamen Kurs finden. Oder Ideen für eine weitere Entwicklung gemeinsam haben. Wäre schön, muss aber kein Muss sein.

Sonst freue ich mich wie immer auf Rückmeldungen und Eure Ideen oder Metaphern für Vorsätze 2015. Wie kommt man auf den richtigen Kurs 2015 und bleibt dann auch dabei, ohne von den Strömungen und Untiefen des Alltags abgetrieben zu werden ?

 

Freiheit und Entfremdung der Gesundheit als Ursache von Depression ?

Ich bin kein Philosoph und das Denken über Freiheit und Geist sollte man vielleicht daher wirklich besser nicht Ärzten oder Psychotherapeuten überlassen.

Aber in den vergangenen Tagen hat es mich irgendwie schon nachdenklich gemacht, wenn der Friedensnobelpreis an die Schülerin Malala Yousafzai und an Kailash Satyarthi an Aktivisten für ein Recht auf Bildung bzw. Gleichberechtigung  verliehen wird. Natürlich ist Pakistan schön weit weg. Das Recht auf Bildung soll und muss auch für Mädchen in Entwicklungsländern gelten. Und von den bösen Islamisten eingehalten werden. Mit UNS hat das ja nichts zu tun, oder ? Schön weit weg.

In Spiegel-Online las ich da vom Nobel-Komitee

Kinder müssten die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, und müssten vor Ausbeutung geschützt werden,

Wir feiern dann das Jubiläum der Deutschen Einheit und freuen uns über die gewonnene Freiheit. Was immer das dann sein mag bzw. für den Einzelnen bedeutet. Ich habe dadurch meine Frau aus Sachsen überhaupt kennenlernen  können oder beispielsweise jetzt in Sachsen-Anhalt arbeiten können. Für andere Menschen mag es weniger schöne Konsequenzen gegeben haben. Brüche bzw. ständige Neuanfänge in den Lebensläufen kennzeichnen beispielsweise hier „im Osten“ häufig die Biographien meiner Patientinnen und Patienten. Sie gehören nicht immer zu den Gewinnern der Freiheit, obwohl man sie vielleicht als „freier“ bezeichnen würde bzw. welche Folgen diese Freiheit für den Einzelnen hat(te. Freier fühlen tun sie sich häufig nicht. Was keine politische Bewertung von Systemen oder Diktaturen ist. Sondern ein Gefühl von Unfreiheit bei doch so anscheinend vorherrschender Freiheit und Überfluss. Wobei eben auch Überfluss bei vielen leider eben gar nicht festzustellen ist,…

Die Frage, die man sich dann aber nicht stellt ist, wie denn dieses berechtigt hoch gefeierte Recht bzw. die Verfügbarkeit von Freiheit und Bildung bei uns vor der eigenen Haustür dann gelebt wird. Kinderarmut in Deutschland ist kein Randphänomen mehr, es ist gelebte Realität.  Selbst wenn die Kinder zur Schule gehen, so verlassen 20 Prozent die Schule ohne Schulabschluss. Und in Interviews wissen immer weniger Leute selbst die banalsten kulturellen Zusammenhänge. Ein Beispiel gefällig : „Warum feiern wir Weihnachten ?“ wird nicht gewusst. Bildung ist dann etwas für die Anderen. Oder soll zu Hause statt in der Schule durch die Eltern übernommen werden.
Und selbst für die „Mittelschicht“ wird es immer schwieriger, ein Einkommen zu erwirtschaften, dass ein Auskommen ohne ständigen Stress und Angst ermöglicht.

Gerne reden und schreiben wir von Missständen von Diktaturen, Armut und sonstigen Katastrophen und übersehen, dass es vor der eigenen Haustür immer ungesünder und ungerechter wird.

Angeblich, damit so was wie der Sozialstaat bzw. Freiheit bzw. das Solidarsystem wie Krankenversicherung oder Rentenversicherung  geschützt wird. Aber mit welchen Konsequenzen ? Tja, die Sachzwänge seien halt so.

Freiheit ist mehr ein philosophischer Begriff. Und dann geht es bis (oder vor) zu Hegel zurück, der sich damit auseinander setzte. Freiheit hat aber ganz viel mit jedem von uns individuell zu tun. Eigentlich nur. Freiheit ist sehr individuell. Das grosse Ganze ist das letztlich egal, bzw. viel zu abstrakt, um auf mich oder dich zu wirken.

Freiheit bedeutet , dass man auf sich selber zurückgeworfen ist. So wie ich Freiheit erleben möchte, so muss ich selber anderen Menschen Freiheit zusprechen bzw. ihnen Freiräume lassen.

Zuallererst geht es aber um die Freiheit des Einzelnen. Damit meine ich nicht Egoismus. Damit meine ich, dass man eben allein dafür verantwortlich ist und bleibt, wie und wo man sich frei fühlt und frei verhält. Und dann natürlich die Grenzen der Anderen respektvoll einhält. Taktvoll ist.

Freiheit bedeutet, dass man Grenzen hat und Grenzen einhält. Das nennt man dann bei Kindern Erziehung

Wobei es natürlich grosse individuelle und damit subjektive Unterschiede gibt, was man als taktvoll erlebt, bzw. wo die persönlichen Grenzen der Freiheit überschritten sind. Das muss man wahrnehmen und auch notfalls offen äußern können, sich also abgrenzen oder zurückziehen können. Selbst-regulieren halt. Das wäre dann Gesundheit. Wobei dabei auch die Möglichkeit für eine weitere freie Entwicklung bzw. Entfaltung gemeint ist. Oder wie ich gerne gegenüber meinen Patientinnen sage : Artgerechte Haltung sollte nicht nur für die Schweine oder Weihnachtsgänse gelten, sondern auch für uns Menschen. Freiheit hat also viel mit der Fähigkeit zu tun, auf Stressoren reagieren zu können und zu dürfen.

Merkwürdigerweise ist der Aufschrei bei Missachten der Schweinerechte gross. Wobei dann schnell mit juristischen Winkelzügen aus einem Haltungsverbot gegen eine natürliche Person (hier der Züchter) eine Ordnungswidrigkeit mit erneuten Strafzahlungen für die Gesellschaft (und gleichzeitiger Abzugsfähigkeit bzw. Ausgleich über irgendwelche EU-Mittel) wird und die Haltung dann der „juristischen Person“ (= Betrieb) weiter erlaubt werden wird. Ich bin sehr für Tierschutz, aber manchmal frage ich mich, warum der Aufschrei da soviel lauter ist als bei Missachtung von selbstverständlichen Haltungsbedingungen für uns Menschen ?
Viele Schweine haben inzwischen mehr Bewegungsfreiheit im Leben als Menschen. Dafür leben sie kürzer und enden als Schnitzel. Und die Menschen ziehen dann als Konsequenz vor, Veganer zu werden. Sie schränken sich weiter ein, um die Grenzen von Anderen (Tieren) zu achten.

Wenn es um die Freiheit bzw. Freiheitsgrade des Einzelnen geht, sollen wir aber schweigen. Sonst fürchten wir (metaphorisch gesprochen) auch auf der Schlachtbank geopfert zu werden.

 

Entfremdung ist dann ein Zustand, bei dem ein natürlicher (bzw. sich selbst regulierender) Prozess von Beziehungen zwischen Menschen bzw. zwischen Mensch und Natur aufgehoben, verkehrt oder zerstört wird. Entfremdung ist damit so was wie Dissoziation bzw. Zergliederung und Zerteilung, bzw. ein Aufheben von natürlichem Anstand bzw. Wahrnehmung und Einhalten von Bedürfnissen wie Schlaf, Hunger, Sexualität oder Erholung und Ausgleichsmöglichkeiten. Aber eben auch von individuellen Bedürfnissen nach Abstand und Nähe, der Einhaltung von individuellen Arbeits-Tempo oder eben einem „entschleunigteren“ Lebensstil. Und wir leben mit immer mehr Menschen zusammen, die damit nicht mehr klarkommen können. Auf die wir dann aber auch wiederum Rücksicht nehmen müssen, weil sie ja damit nicht klarkommen. Wir sind ja anständig und sensibel.

Das ist nun nicht erst seit der Erfindung von Fliessbändern in der Automobilindustrie so. Damit wird es wieder sehr politisch bzw. gesellschaftlich relevant. Entfremdung ist das Aufheben bzw. Verunmöglichen von Selbstregulation über Freiheitsgrade bzw. eine selbst-getaktete bzw. selbst eingeteilte Lebenswirklichkeit.

Wenn man so will, ist also im medizinischen bzw. psychotherapeutischen Sinne Entfremdung das Gegenteil von Achtsamkeit. Entfremdung ist aber eben auch so ein Phänomen wie Mobbing oder Burnout und muss doch früher oder später in Depressionen münden.

Hierzu ein Beispiel einer unserer Patientinnen :

Sie kam zu mir, nachdem es bei uns in der Kunsttherapie zu einem Konflikt mit Mitpatientinnen kam und sie dann erregt und verletzt die Gruppe verlassen habe.

Sie erzählte mir, dass sie besonders unter Schlafstörungen leide. Sie schlafe zwar aus Erschöpfung abends ein, wache dann aber in der Nacht früh wieder auf und könne nicht einschlafen. Sie habe Kopfschmerzen, Tinnitus und leide unter unerklärlichen Durchfällen, die ihre Bewegungsfreiheit im Alltag zusätzlich einschränkten. Zudem leide sie unter Depressionen. Es würde von Tag zu Tag schlimmer und sei nicht mehr aushaltbar. Sie müsse sich von den anderen Menschen zurückziehen und könne kaum noch das Haus verlassen.

Es müsse anders werden. So sei sie nicht arbeitsfähig und sie sei so ganz und gar verzweifelt, dass man da nichts machen könne.

Wie viele unserer Patientinnen hier in Bad Kösen hat sie bereits zahlreiche Berufe bzw. Tätigkeiten hinter sich, die mit ihrem ursprünglichen Ausbildungsberuf in der damaligen DDR nicht viel zu tun haben. Derzeit arbeitet sie als Altenpflegerin im ambulanten Bereich. Sie ist damit einerseits strikten Taktvorgaben über die zur Verfügung gestellte „Pflegezeit“ ausgeliefert, muss die Fahrtstrecken zwischen den Einsätzen im Sauseschritt bei Schnee und Dunkelheit wie im Sommer meistern und dann eben die zunehmende Vereinsamung, aber auch durch Demenz bzw. Schmerzen und Pflegezustand bedingten Unzufriedenheiten ihrer Klienten aushalten.  Sie habe häufig Wechselschichten, d.h. müsse bis abends spät arbeiten und dann schon früh am nächsten Morgen wieder raus. Das gehe auf die Substanz. Sie habe das vielleicht früher noch etwas besser wegstecken können. Die Arbeit muss ja erledigt werden und immer mehr jüngere Kolleginnen und Kollegen versuchen, diesem Mühlrad zu entkommen. Sie hätten ja Schulkinder und könnten daher nur ganz bestimmte Touren übernehmen. Schon gar nicht morgens. Schliesslich  seien ja die Schulzeiten wie sie sind. Und meine Patientin solle / müsse auf diese Sachzwänge Rücksicht nehmen und dann nehmen, was übrig bleibt. Das gelte dann natürlich auch für die Ferienzeiten.

Ihr Mann wiederum sei als Fernfahrer tätig. Er sei eigentlich nur am Samstag den ganzen Tag da. An diesem Tag müsse dann die Wäsche gemacht und alle möglichen Vorbereitungen für die nächste Woche erledigt werden. Gemeinsame Zeit oder gar Unterstützung habe sie selten. Sie sei es aber auch gar nicht anders gewöhnt.

Schliesslich habe sie noch eine erwachsene Tochter. Die sei auch sehr eingespannt. Seit einigen Monaten habe sie einen unerfüllten Kinderwunsch. Da es mit dem Kinderkriegen nicht geklappt habe, habe sie sich als Ersatz ein Pferd angeschafft. Schon allein, um nicht weiteren Druck auf die Tochter auszuüben, habe sie sich mit in der Pflege des Pferdes beteiligt, obwohl sie ja nicht reite. Schlimmer noch sei aber, dass jetzt gemeinsame Esszeiten mit der Tochter bzw. Kontakte sich nach der freien Zeit des Pferdes richten würde. Das käme ihr auch merkwürdig vor, sie traue sich aber nicht, dies mit ihrer Tochter zu besprechen. Ein Pferd sei ja schliesslich kein Fahrrad, dass man so in die Ecke stellen könne.

Die Patientin selber kennt es aber kaum anders. Bereits in der Kindheit hat sie früh die Verantwortung für ihre jüngere Schwester übernommen, sie häufig in die Krippe gebracht, da die Mutter eben auch berufstätig war. Der Vater sei häufig alkoholisiert und auch auch gewalttätig gewesen. Sie habe viele Spannungen erlebt und habe versucht, die Schwester zu schützen. Sie selber habe dann versucht, sich nichts anmerken zu lassen. Um nicht noch mehr Angriffsfläche zu liefern. Die Kindheit sei ihr eigentlich überhaupt nicht in schöner Erinnerung. Eigentlich habe sie keine Erinnerung bzw. einen Zugriff auf Gefühle. Sie habe offenbar da eine doppelte Buchhaltung machen müssen. Für ihre Schwester habe sie heile Welt gespielt, in einer Welt, die aber nur vordergründig heile sei.

Sie hätte ja ihre Schwester verraten bzw. schutzlos zurückgelassen und sie könne ja auch nicht Freiheiten ihrer Tochter oder ihres Mannes wegnehmen. Die würden dann nämlich entsprechend erbost bzw. gekränkt reagieren. Und das wolle sie ja auch nicht.

„Es“ muss anders werden. Tja. Wer oder was auch immer „Es“ ist. Es ist nun in ihr Leben getreten und stört dort. Das haben wir ja häufiger. Es mault und quengelt, sorgt für Schlafprobleme bzw. Schlaflosigkeit und jede Menge körperliche Beschwerden. Psychosomatik halt.

Aber die Patientin ist noch gar nicht soweit, dass sie nun Ansatzmöglichkeiten für eine Veränderung bei SICH sieht.

Es soll ja anders werden. Nicht SIE. Oder zumindest sollten die ANDEREN sich ändern oder sich für SIE einsetzen. Ärzte, Therapeuten, ihr Mann. Wer auch immer.

Aber was sollte SIE denn schon gross tun können ?

Tja, welche Ansatzmöglichkeiten für die Wiederherstellung von Freiheit und Gesundheit seht Ihr ?

Achtsamkeit und Regen : Innere Bilder der Irritation

Ich kenne eine ganze Menge von Patientinnen, die mögen den Regen. Weil sie dann bei sich sind.

Aus der englischsprachigen Literatur über Achtsamkeit steht aber R.A.I.N noch für eine Abkürzung, die ganz schön die Grundgedanken der Achtsamkeit (mindfulness based psychotherapy) zusammenfasst.

In diesem Beitrag habe ich mal Aspekte dieser inneren Haltung auf die Arbeit mit inneren Bildern bzw. Emoflex(R) versucht anzupassen.

RAIN steht dabei für

R ecogonize also Erkennen ohne impulsiv bzw. bewertend zu R eagieren

Damit ist gemeint, dass man wie ein Beobachter zunächst schauen sollte, auf welche Irritationen bzw. emotionalen Erlebnisse man „anspringt“. Oder besser gesagt : Emotional überreagieren WÜRDE, wenn man eben nicht achtsam mit sich umgehen würde.

Das kann ein Wort, ein Unterton bzw. die Lautstärke der Stimme eines anderen Menschen sein. Es können innere Bilder sein, die ausgelöst werden.

Häufig merkt man es daran, dass man Tränen in der Augen hat, das man zusammenzuckt oder ein Klossgefühl im Hals oder Bauch hat. Oder eben eine andere kurzzeitige Reaktion der Psyche. Es kann ein Stocken im Satz oder eine sonstige Veränderung im Verhalten oder der Sprache sein.

Wichtig im Zusammenhang der Achtsamkeit ist, dass man dieses Signal der Irritation nun nicht sofort für ein Reagieren, sondern allein in eine Beschreibung nutzt.

Üblicherweise empfehlen die Therapeuten, es sich als Beobachtung zu notieren. Das ist dann sehr ähnlich wie in der Selbstbeobachtung der Verhaltenstherapie, bei der man die Situation, Gedanken, Gefühle und körperliche Symptome bzw. Reaktionen sich als Mikroanalyse merkt.

Im Sinne der hier vorgestellten Methode der inneren Bilder empfehle ich, dass man sich eher ein emotionales Bild von dem Gefühl machen könnte.

Dieses kurzzeitige Irritationsgefühl ist mit einiger Übung gut zu erwischen, entgeht aber sonst der üblichen therapeutischen Arbeit leicht.

Wenn also dieser kurze Störmoment eine Form annehmen könnte, was passt dazu ?

Welches Bild kommt spontan vor das Innere Auge ?

Wenn noch kein Bild da ist : Welche Farbe könnte das Gefühl annehmen ? Wäre es schwer oder eher leicht ? Hat oder weich ? Passt eine Form (rund, eckig, wolkig) ? Wäre es warm oder kühl ? Bewegt es sich ?

Merken sie sich dieses Gefühlsbild.

Accept Akzeptieren oder auch Allow = Erlauben

Kern der Achtsamkeits-Geschichten ist ja, dass man die Gedanken, Gefühle, inneren und äußeren Wahrnehmungen so nehmen soll, wie sie kommen. Und sie auch wieder loslassen soll.

Also wie ein Wolke an sich vorbei ziehen lassen.

Nicht Einkliniken sondern eher im Durchzugmodus „Ausklinken“.

Na ja. Wenn man das könnte, wäre es sicherlich eine tolle Sache.
In den Achtsamkeitsgruppen hier in der Klinik ist natürlich dann immer wieder das Thema, dass man da mit sich selbst viel Geduld haben muss. Man soll / muss akzeptieren, dass das Akzeptieren lernen ewig dauern kann…

Irgendwie auch eine schwierige Schlange, die sich selber in den Schwanz beisst.

Da dass auch schon wieder eine Reaktion ist, muss ich mir also auch erlauben, dass ich auf solche  Störungen reagiere.

Mit inneren Bildern ist es häufig wesentlich leichter, das Akzeptieren zu praktizieren. Wenn die Gedanken und Gefühle bzw. Probleme in Bildern übersetzt sind (oder schon so vorliegen), verlieren sie durch das Weiterverarbeiten (über Rechts-Links-Stimulation) an emotionalem Gewicht. Sie werden quasi „egaler“.

Sie werden gleichgültiger.   Und das ist eigentlich das Ziel des inneren Anspruchs beim Akzeptieren…

Investigate = Endecken Das Leben aus den Augen eines (inneren) Kindes entdecken

Für viele meiner Leserinnen und Leser wird Neugier bzw. ein kindlicher Blick auf das Leben nicht so fern sein. Beim Entdecken geht es darum, jede Situation oder jede Aufgabe so zu sehen, als ob man sie das erste Mal in seinem Leben erlebt.

Unbelastet und mit einer gewissen kindlichen Vorfreude bzw. Naivität.

Eine positive Unbedarftheit

Auch hier können wie beim „Akzeptieren“ eben „negative“ Aspekte (ich nenne sie ja gerne Kanalratten aus der Vergangenheit“ an die Oberfläche huschen.

Dann sollte man eher neugierig darauf sein, was sie wohl mitteilen wollen. Wofür sie stehen. Und sie nicht verjagen oder noch mies behandeln wollen.

Ich arbeite ja gerne so, dass ich regelrechte Bildergeschichten über Rechts-Links-Aktivierung entstehen lasse. Es sind dann quasi Fabeln oder Märchen oder manchmal auch abstruse Kino-Varianten. Egal, welches Genre. Es ist zunächst ein Spass, dabei zu sein.

Und es geht eben nicht um die Interpretation oder Bewertung. Es geht um den Fluss der Bilder bzw. Verarbeitung.

Ein Therapeut sollte hier möglichst wenig im Weg rumstehen oder stören.

N atürlichkeit

Sei Du selbst. Sei im Einklang mit der Natur. Verstelle Dich nicht und lebe im Hier und Jetzt mit der Natur.

Ich finde die Natürlichkeit besonders schwer, weil eben häufig unsere emotionale Umgebung alles andere als gesund ist, gesund reagiert. Das Verstellen war und ist (bzw. wird auch für die Zukunft) eine wichtige Überlebensstrategie für viele Personen bleiben. Das ist ein Thema, das mich im Blog und in der Klinik natürlich immer wieder beschäftigt…

#Askaban aus #Harrypotter : Was kann schlimmer als #Depressionen sein

Ich bin eigentlich kein grosser Harry Potter Anhänger. Aber Rowling hat (vermutlich aus eigener trauriger Erfahrung) so schöne Metaphern bzw. Bildern beschrieben, dass man als Psychotherapeut eigentlich da gar nicht dran vorbei kommt. Auch wenn ich bis heute die Bücher nicht gelesen habe (oder gerade vielleicht auch deshalb), nutze ich sie sehr gerne in der Therapie.
Bild 49Askaban ist laut Harry-Potter-Wiki ein Ort, der den Anwesenden jegliche positive Gefühle entzieht. Die Gefangenen müssen ständig sich an ihre schlimmsten und traurigsten Erlebnisse (bzw. Bilder im Kopf) erinnern. Es ist also gar nicht unbedingt ein Ort, an dem Depressionen vorherrschen. Das wäre ja eigentlich ein Gefühl der Gefühllosigkeit bzw. inneren Leere. Askaban ist ein viel schlimmerer Ort und ein Zustand bzw. Ort, wo das Gefühl der Unabänderlichkeit vorherrschend ist. Er entzieht jegliche positiven Kräften (der eigenen Imagination würde ich behaupten). Und man wird dann in der Folge auch depressiv. Aber eigentlich ist schon der ständige Entzug von Lebensenergie viel schlimmer als die Depression selber.

Neuropsychologisch gesehen ist unser Imaginationsnetz = Default-Mode-Network quasi übergelaufen mit negativen Bildern und schrecklichen Eindrücken. SCHRECK-lich im Sinne von erschreckt und emotional be-LASTEND. Die eigene Vorstellung einer anderen, einer positiven Wendung wird verunmöglicht.

Das muss jetzt nicht zwingend den herkömmlichen Kriterien von Traumata entsprechen. Es handelt sich um die Qualität des Erlebten und auch den Zeitpunkt bzw. Funktionszustand und Entwicklungsgrad des Gehirns, auf den dieser Eindruck trifft.

Nach meiner Erfahrung in Therapien ist dieser Askaban-Ort aber sehr vielen Klienten bekannt. Und er ist gefürchtet, weil er eben schlimmer als depressiv ist (bzw. Psychologen und Psychiater es sich nicht vorstellen können, dass es schlimmer als schlimm geht). Und es ein Prozess ist, der sich in etwa wie Treibsand anfühlen muss. Oder eine frei flottierende Angst.

Es ist besser (natürlich eigentlich nicht), da nicht hin zu schauen. In die andere Richtung zu blicken. Aber die Drohung dieses inneren Ortes bzw. Zustandes ist allgegenwärtig. Man kann sie überspielen. Man kann dagegen ankämpfen. Aber dann hat man schon fast verloren, wenn man einmal versucht (oder gezwungen wird) zur Ruhe zu kommen.

Askaban wird von den Dementoren bewacht. Mit den Dementoren werden wir es in diesem Blog demnächst auch noch zu tun bekommen. Dementoren könnte man mit den eigenen imaginierten Ressourcen besiegen. Leichter gesagt als getan. Wer Harry-Potter gelesen hat, weiss,  was ich meine.

Askaban könnte man aber auch als eine Art Quarantäneabteilung für die eigenen schlimmsten Ängste und Erlebnisse verstehen. Eine Art dissoziativ gesichertem Hochsicherheitstrakt. Hier werden Urängste, bzw. traumatische Erlebnisse und Irritationen abelagert, die mit dem eigenen Selbstbild bzw. Lebenskraft nicht im Einklang scheinen. Es wird dann aber eben auch ein hoher Preis dafür bezahlt, dass es so ein Gefängnis gibt.

Wir Psychotherapeuten müssen höllisch aufpassen, dass wir unsere Klienten nicht nach Askaban führen oder treiben. Zumindest dann nicht, wenn wir nicht wissen, wie wir sie da wieder befreien könnten.

Ich befürchte, viele unserer Patientinnen und Patienten haben (völlig berechtigt) die Erwartung, dass wir dieser Aufgabe nicht gewachsen wären. Daher lassen sie sich dann nicht auf Therapie ein.

Adipositas bei Jugendlichen

„Konventionelle verhaltenstherapeutische Gewichtsreduktionsprogramme sind bei Jugendlichen mit extremer Adipositas weitgehend wirkungslos.“. Das ist nicht von mir, sondern vom Kompetenznetz Adipositas.

Nur um richtig verstanden zu werden : Tiefenpsychologische oder analytische Programme werden erst gar nicht validiert, dennoch werden immer noch übergewichtige Kinder zur Spieltherapie verdonnert…

Ich habe mich in den vergangenen Wochen etwas stärker mit dem Thema Adipositas, Ernährungsberatung und auch Adipositas-Chirurgie beschäftigt. U.a. bin ich da auf interessante Ansätze (Ernährungsbaukasten) bzw. Ansätze (z.B. aus Kanada) gestossen, die mich sehr zum Nachdenken gebracht haben.
Dabei zeigt sich, dass viele gängige Meinungen bzw. auch häufig anzutreffende Empfehlungen in der Behandlung von Adipositas letztlich überhaupt nicht wissenschaftlich abgesichert sind, sondern vielmehr wirkungslos und schädlich sind. Es handelt sich eben nicht um Erkenntnisse, sondern um Vorurteile und Mythen.  Die aber noch gängige therapeutische Praxis sein können.

Am Wochenende 21./22.11. hätte man nun in Leipzig die Chance, sich sachkundig über Diabetes und Adipositas zu machen. Neben wissenschaftlichen Symposien findet sich das Who is Who der Diabetes-Pharmafirmen bzw. Anbieter für Diabetikerbedarf mit gesponserten Symposien, die den Teilnehmern meist auch ein Sandwich und ein Tagungsgetränk sichern (oder eben auch nicht mehr). Leider ist es ja gängige Praxis, dass da dann genau die Referenten sprechen und bezahlen lassen, die so unabhängig am Vormittag und Nachmittag über die Standards der Adipositas oder Diabetes-Behandlung berichteten. Ich habe immerhin 9 solcher Symposien von etlichen Firmen gezählt. Natürlich ist es eine fiese Unterstellung zu behaupten, dass die Sponsoren dieser Tagung  eigentlich ein Interesse haben müssten, dass Adipositas nicht oder unsinnig behandelt wird, damit sich eben mehr Absatz für Diabetiker-Bedarf und Medikamente einstellt. Oder stösst nur mir dies in Form von Sodbrennen bitter auf oder verursacht Spannungskopfschmerz , wenn man sich den Veranstaltungsplan anschaut und einem die pink unterlegten Sponsor-Symposien ins Auge stechen ?

Irgendwie ist es ja ein durchgängige Thema der Seelenklempnerei, das das medizinische oder psychotherapeutische Standard-Vorgehen eben nicht (immer) das Gelbe vom Ei ist. Und man vielleicht mal unkonventionell bzw. „anders“ an die Sache herangehen müsste. Wobei ich keinesfalls für mich in Anspruch nehmen, es nun besser als die Experten zu wissen.

Schauen wir mal, was State of the art im Kompetenznetz Adipositas ist :

Bei den Experten  setzt sich so ganz langsam die Erkenntnis durch, dass Adipositas zunimmt und das eben auch zunehmend oder gerade Kinder und Jugendliche schwer betroffen sind. Und trotz jahrelanger Appelle und Bemühungen wollen doch diese Kids einfach nicht abnehmen.

Erwachsene eben auch nicht.

Das sichert auf jeden Fall Forschungsgelder für ein Kompentenznetz Adipositas, auch wenn Adipositas aus Kostengründen nicht in die Chronikerversorgung mit aufgenommen werden soll.

Da heisst es nun in einer Verlautbarung der Experten  : „Nur ein kleiner Teil der Patienten sucht aktiv nach einer Behandlung“.

Das ist nun wirklich überraschend, oder ? Und schon fast  undankbar von den Kindern und und Jugendlichen, wo es doch so viele und so wirkungslose Abnehmprogramme gibt und sich so viele Leute schlaue Gedanken über die Theorie der Adipositas-Behandlung und Prävention machen. Deren Zugangswege aber letztlich weitgehend unbekannt sind. Oder aber von den Kostenträgern eben gar nicht akzeptiert oder bezahlt werden. Statt sich an die eigene Nase zu fassen und Selbstkritik zu üben, sind es die Erschwernisse durch die Patienten bzw. deren Angehörigen, die die miesen Ergebnisse erklären.

Ganz bestimmt weigern sich die Eltern, weil diese ja nun selber fett und bewegungslos auf der Couch verweilen und RTL2 schauen.

“ Es ist unser klinischer Eindruck, dass diese Gruppe auch aufgrund des geringen anfänglichen Interesses und geringer Compliance sehr schwierig zu behandeln ist. “

Klinischer Eindruck ist ja schön und gut. Ich bin sehr dafür. Es widerspricht nur wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachliteratur , dass es der Widerstand bzw. mangelnde Compliance ist, dass die Therapieprogramme Mist sind. Aber es wird weitgehend ein weiter so propagiert.

Sollen die Kinder selber auf die Kompetenznetzwerke zugehen und dort klingeln ? Leider gibt es auf der Homepage keinen Klingelknopf oder Anlaufstellen. Aber eine neue Studie, die nun auf die Suche danach geht, so man diese Kinder denn nun antreffen könnte. Und dann schauen die Forscher den Jugendlichen erstmal 9 Jahre dabei zu, was sie so nicht machen. „Wir werden dadurch Einblick erhalten in den natürlichen Verlauf der extremen Adipositas im Jugendalter. “ Und die Forscher interessieren sich dafür, wer es dann überhaupt bis in den Arbeitsmarkt schafft….
Ganz ehrlich, wäre ich schwer adipös, würde ich jetzt aus Verzweifelung  erstmal zu Burger-King laufen. Nein, besser mit dem Auto fahren, da man als adipöser Mensch natürlich zu viel sitzende Tätigkeiten und zu wenig Bewegung haben soll aus Sicht unserer Forscher.  Wenn die Fast-food-Bude nicht gerade wegen Hygiene-Missstände geschlossen wäre…

Die Wissenschaftler machen das Alter, den Bildungsgrad bzw. die damit verknüpften Rahmenbedingungen dafür verantwortlich, dass diese fetten Kindern sich nicht bewegen und zu den Kompetenzlern kommen.
Aber eben auch : Frustration durch erfolglose Abnehmversuche bzw. völlig ungeeignete Therapieansätze.

„Erfolglose Versuche Gewicht abzunehmen, entweder alleine und/oder mit medizinischer Betreuung, könnten zudem zu Frustration geführt haben.“

Könnten.

Das Kompetenznetz unterstellt mal eben den Jugendlichen bzw. der Zielgruppe eine „ablehnende Haltung“. Also Widerstand oder Vermeidung gegen die tollen Angebote. Steht da mehr oder weniger so drin.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, vielleicht sollte man dann erstmal bei sich selber anfangen zu überlegen, ob dies ein guter Zugangsweg zur Zielgruppe ist ? Und ob es nicht versteckte oder offene eigenene Interessen dafür gibt, dass alles so bleibt, wie es war.

Wer Kinder und Jugendliche mit Adipositas  schon einmal persönlich gesehen oder gar mit ihnen gesprochen hat (und nicht nur in der Akademikerstudie mit Statistikprogrammen die Studien für die nächte Konferenz oder Publikation vorbereitet) weiss, dass Kinder ein sehr feines Gespür dafür haben, wenn sie verarscht bzw. mit völlig unsinnigen und nicht funktionierenden Vorschlägen konfroniert werden, die die Erwachsenen schon selber nicht hinbekommen haben.

Als Konsequenz überlegen sich jetzt die Frauen und Herren Wissenschaftler, dass sie eine neue Studie machen wollen. Eine „JA-Studie“. Dort wird nun weniger auf die Gewichtsabnahme fokussiert, sondern auf Gesundheitsverhalten. Was nun auch nicht so unbedingt gerade 2014 eine neue Erkenntnis ist. Niederschwellige Gruppeninterventionsangebote ….   Wenn Sie denn die Zielgruppe mal mobilisieren könnten.

Hierzu ist die STEREO-Studie gedacht. Ich schätze eigentlich Prof. Hebebrand, aber so richtig überzeugend finde ich das Studiendesign nicht. So richtig erschliesst sich für mich noch nicht, wo denn nun der Unterschied zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe liegen soll. Und wie ich niederschwellig nun unterscheide, ob ich in der Gruppe :
„Soziale Kompetenz, Stressbewältigung, Körperschema, Umgang mit Hänseleien bzw. Ärger, Lebenszufriedenheit, psychisches Wohlbefinden“ behandele, oder  aber

(Kontrollgruppe) : „Ursachen, Folgen und Therapie der Adipositas, Ernährung (Optimix), Essverhalten, Problemlösestrategien, Selbstwert, negative Kognitionen, Bewegung, Sport, Medienkonsum“

Bereits hier werden dann die meisten Jugendlichen aussteigen… Wobei sie ja erst gar nicht in diese niederschwelligen Angebote kommen werden.

Was (auch für mich als bekennender Psychotherapeut) sich immer mehr durchsetzt ist die schmerzvolle Erkenntnis, das bei schwerer Adipositas (nicht nur im Jugendalter) eine möglichst schnelle (bariatische) Adipositas- Operation Mittel der Wahl wäre. Kein anderes Verfahren erreicht so schnell und so dauerhaft eine Gewichtsabnahme bzw. schafft die Voraussetzungen, dass sich nicht noch weitere schwere Komplikationen und Begleiterkrankungen bei dieser Hochrisiko-Gruppe einstellen.

Interessant und bezeichnend für die Sichtweisen der Wissenschaft im Jahre 2014 finde ich aber, dass die Adipositas-Kompetenzler nun nicht etwa eingestehen, dass ihre jahrelangen Bemühungen im besten Fall den Klienten nicht weiter geschadet haben (was man noch nicht einmal belegen könnte). Auf jeden Fall aber nicht genützt haben. Statt dessen kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Op-Methoden hinsichtlich Vor- und Nachversorgung mangelhaft wären.
Nicht, weil die Methode schlecht oder nicht indiziert wäre. Sonder weil die Qualitätssicherung mangelhaft wäre.

Ah ja. Da ist wieder eine DIN-Norm nicht aus Sicht der Wissenschaftler erfüllt worden. Eigentlich sind sie nur eingeschnappt und tief beleidigt, dass die stupiden Adipositas- Chirurgen bessere Ergebnisse erreichen als alle Ernährungsberater, Diätgurus und Verhaltenstherapeuten zusammen.

Geben Sie aber nicht zu. Und feiern sich dann selber. Auf nach Leipzig.

Ich werde also nicht nach Leipzig fahren und auf die Taschen und Symposienbeilagen und Sandwiches verzichten müssen. Ich werde nicht zum gesundheitsbewussten Sterne-Abendessen eingeladen werden.

Denn dieser Beitrag ist nicht von Sanofi, Berlin-Chemie, Lilly, Novo Nordisk, Ypsomed GmbH, Abbott, oder Medtronic / Bayer finanziert und unterstützt. Merkwürdig, warum werde ich bloss nicht zu entsprechenden Industrie-Symposien bei ADHS oder anderen Themen eingeladen ? Kann das mir Irgendjemand erklären ?

Mein Vorschlag für die Keynote zur Eröffnung in Leipzig wäre : Jean Phillip Chaput : Widespread misconceptions about obesity (Can Fam Phyiscian 2014; 60:973-6). Mehr dazu in einem späteren Artikel…