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Minimalismus (Blogparade)

Ich hatte ja schon einmal das Thema „Nichtstun“ als Thema in einer sog. Blogparade. Ganzichselbst. ruft nun zur Askese bzw. Gedanken über Minimalismus auf . Tja, gerade Weihnachten bzw. der Jahreswechsel bieten sich ja dazu an, darüber nachzudenken, worauf man verzichten kann bzw. wie man nun Minimalismus im Alltag lebt.

Heisst Minimalismus Ausmisten im Leben ?
Im Blog oben heisst es

Seit 2008 hab ich alles rausgeschmissen, was nicht in mein Leben passte: Der alte Beruf, ehemalige “Freunde”, die Pille, viele Überzeugungen und Verpflichtungen. Ich war rigoros. Ich wollte mich von allem trennen, was mir nicht mehr gut tat und wollte mein Leben von Grund auf neu aufbauen, so, wie es ideal für mich ist.

Ehrlich gesagt, ich wäre da zu faul zu.

Zudem stellt sich für mich dann die Frage, ob es nicht mehr oder weniger immer eine Lösung aus der Not bzw. dem Impuls heraus ist, die sich dann auf Dauer nicht bewährt. Irgendwann ist die innere Schublade halt wieder zugemüllt.

Ich muss da immer an meine Anorexie-Patientinnen denken. Die haben ja nun mehr oder weniger den Minimalismus auf die Spitze getrieben. Möglichst wenig auf die Waage bringen, um ein Maximum an Kontrolle zu haben. Oder anders ausgedrückt : Die Kontrolle der eigenen Gefühlswelt über die Kontrolle des Körpers und der Umwelt sollte eine Übersicht im Leben ermöglichen. Vorhersehbarkeit , Übersichtlichkeit in einer chaotischen, in einer widersprüchlichen Umgebung.

Wenn einem das Leben zu viel wird, kann man natürlich versuchen, die Komplexität zu reduzieren. Aber ob das gesund ist ?  So wie man über die Magersucht eben zwar minimal isst, so lebt man dann aber auch mimimal, wenn denn überhaupt noch. Kein schönes Leben.

 

Und ich wüsste auch nicht, warum nun ein minimalistisches Umfeld so viel gesünder sein sollte.

Klar, als digitale Nomaden ohne Anhang und Verpflichtungen Reisen und dennoch ein dickes Bankkonto haben. Vielleicht wäre das schön. Vielleicht wäre es aber auch einfach nur beziehungslos und sinnlos.

Brauche ich materielle Güter, um mich zu spüren und um mich in Beziehung zu mir selber bzw. zu anderen Menschen zu bringen ? Hoffentlich doch nicht.

Ich glaube aber nicht, dass ich über die Kontrolle oder das Wegschmeissen  von materiellem Besitz nun meine innere Dachstube ausmisten kann. Hier zeigen ja die Messies, dass das nicht so einfach geht. Das Messie-Syndrom wird (zumindest von den Messies selber) als eine Bindungsproblematik bzw. ein Mangel an Sicherheit und Bindung in der frühen Kindheit zurück geführt. Weil es da an Bindung und Beziehung zu Menschen fehlte, soll es dann zu einer krankhaften Bindung an „Besitz“ bis hin zum Müll kommen. Nicht-Wegschmeissen können ist dann quasi das Gegenteil von Minimalismus, oder ?

 

Minimalismus ist mir zu anstregend und zu aufwendig. Das sollen andere Menschen versuchen, die das irgendwie konsequenter hinbekommen

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