Adipositas bei Jugendlichen

„Konventionelle verhaltenstherapeutische Gewichtsreduktionsprogramme sind bei Jugendlichen mit extremer Adipositas weitgehend wirkungslos.“. Das ist nicht von mir, sondern vom Kompetenznetz Adipositas.

Nur um richtig verstanden zu werden : Tiefenpsychologische oder analytische Programme werden erst gar nicht validiert, dennoch werden immer noch übergewichtige Kinder zur Spieltherapie verdonnert…

Ich habe mich in den vergangenen Wochen etwas stärker mit dem Thema Adipositas, Ernährungsberatung und auch Adipositas-Chirurgie beschäftigt. U.a. bin ich da auf interessante Ansätze (Ernährungsbaukasten) bzw. Ansätze (z.B. aus Kanada) gestossen, die mich sehr zum Nachdenken gebracht haben.
Dabei zeigt sich, dass viele gängige Meinungen bzw. auch häufig anzutreffende Empfehlungen in der Behandlung von Adipositas letztlich überhaupt nicht wissenschaftlich abgesichert sind, sondern vielmehr wirkungslos und schädlich sind. Es handelt sich eben nicht um Erkenntnisse, sondern um Vorurteile und Mythen.  Die aber noch gängige therapeutische Praxis sein können.

Am Wochenende 21./22.11. hätte man nun in Leipzig die Chance, sich sachkundig über Diabetes und Adipositas zu machen. Neben wissenschaftlichen Symposien findet sich das Who is Who der Diabetes-Pharmafirmen bzw. Anbieter für Diabetikerbedarf mit gesponserten Symposien, die den Teilnehmern meist auch ein Sandwich und ein Tagungsgetränk sichern (oder eben auch nicht mehr). Leider ist es ja gängige Praxis, dass da dann genau die Referenten sprechen und bezahlen lassen, die so unabhängig am Vormittag und Nachmittag über die Standards der Adipositas oder Diabetes-Behandlung berichteten. Ich habe immerhin 9 solcher Symposien von etlichen Firmen gezählt. Natürlich ist es eine fiese Unterstellung zu behaupten, dass die Sponsoren dieser Tagung  eigentlich ein Interesse haben müssten, dass Adipositas nicht oder unsinnig behandelt wird, damit sich eben mehr Absatz für Diabetiker-Bedarf und Medikamente einstellt. Oder stösst nur mir dies in Form von Sodbrennen bitter auf oder verursacht Spannungskopfschmerz , wenn man sich den Veranstaltungsplan anschaut und einem die pink unterlegten Sponsor-Symposien ins Auge stechen ?

Irgendwie ist es ja ein durchgängige Thema der Seelenklempnerei, das das medizinische oder psychotherapeutische Standard-Vorgehen eben nicht (immer) das Gelbe vom Ei ist. Und man vielleicht mal unkonventionell bzw. „anders“ an die Sache herangehen müsste. Wobei ich keinesfalls für mich in Anspruch nehmen, es nun besser als die Experten zu wissen.

Schauen wir mal, was State of the art im Kompetenznetz Adipositas ist :

Bei den Experten  setzt sich so ganz langsam die Erkenntnis durch, dass Adipositas zunimmt und das eben auch zunehmend oder gerade Kinder und Jugendliche schwer betroffen sind. Und trotz jahrelanger Appelle und Bemühungen wollen doch diese Kids einfach nicht abnehmen.

Erwachsene eben auch nicht.

Das sichert auf jeden Fall Forschungsgelder für ein Kompentenznetz Adipositas, auch wenn Adipositas aus Kostengründen nicht in die Chronikerversorgung mit aufgenommen werden soll.

Da heisst es nun in einer Verlautbarung der Experten  : „Nur ein kleiner Teil der Patienten sucht aktiv nach einer Behandlung“.

Das ist nun wirklich überraschend, oder ? Und schon fast  undankbar von den Kindern und und Jugendlichen, wo es doch so viele und so wirkungslose Abnehmprogramme gibt und sich so viele Leute schlaue Gedanken über die Theorie der Adipositas-Behandlung und Prävention machen. Deren Zugangswege aber letztlich weitgehend unbekannt sind. Oder aber von den Kostenträgern eben gar nicht akzeptiert oder bezahlt werden. Statt sich an die eigene Nase zu fassen und Selbstkritik zu üben, sind es die Erschwernisse durch die Patienten bzw. deren Angehörigen, die die miesen Ergebnisse erklären.

Ganz bestimmt weigern sich die Eltern, weil diese ja nun selber fett und bewegungslos auf der Couch verweilen und RTL2 schauen.

“ Es ist unser klinischer Eindruck, dass diese Gruppe auch aufgrund des geringen anfänglichen Interesses und geringer Compliance sehr schwierig zu behandeln ist. “

Klinischer Eindruck ist ja schön und gut. Ich bin sehr dafür. Es widerspricht nur wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachliteratur , dass es der Widerstand bzw. mangelnde Compliance ist, dass die Therapieprogramme Mist sind. Aber es wird weitgehend ein weiter so propagiert.

Sollen die Kinder selber auf die Kompetenznetzwerke zugehen und dort klingeln ? Leider gibt es auf der Homepage keinen Klingelknopf oder Anlaufstellen. Aber eine neue Studie, die nun auf die Suche danach geht, so man diese Kinder denn nun antreffen könnte. Und dann schauen die Forscher den Jugendlichen erstmal 9 Jahre dabei zu, was sie so nicht machen. „Wir werden dadurch Einblick erhalten in den natürlichen Verlauf der extremen Adipositas im Jugendalter. “ Und die Forscher interessieren sich dafür, wer es dann überhaupt bis in den Arbeitsmarkt schafft….
Ganz ehrlich, wäre ich schwer adipös, würde ich jetzt aus Verzweifelung  erstmal zu Burger-King laufen. Nein, besser mit dem Auto fahren, da man als adipöser Mensch natürlich zu viel sitzende Tätigkeiten und zu wenig Bewegung haben soll aus Sicht unserer Forscher.  Wenn die Fast-food-Bude nicht gerade wegen Hygiene-Missstände geschlossen wäre…

Die Wissenschaftler machen das Alter, den Bildungsgrad bzw. die damit verknüpften Rahmenbedingungen dafür verantwortlich, dass diese fetten Kindern sich nicht bewegen und zu den Kompetenzlern kommen.
Aber eben auch : Frustration durch erfolglose Abnehmversuche bzw. völlig ungeeignete Therapieansätze.

„Erfolglose Versuche Gewicht abzunehmen, entweder alleine und/oder mit medizinischer Betreuung, könnten zudem zu Frustration geführt haben.“

Könnten.

Das Kompetenznetz unterstellt mal eben den Jugendlichen bzw. der Zielgruppe eine „ablehnende Haltung“. Also Widerstand oder Vermeidung gegen die tollen Angebote. Steht da mehr oder weniger so drin.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, vielleicht sollte man dann erstmal bei sich selber anfangen zu überlegen, ob dies ein guter Zugangsweg zur Zielgruppe ist ? Und ob es nicht versteckte oder offene eigenene Interessen dafür gibt, dass alles so bleibt, wie es war.

Wer Kinder und Jugendliche mit Adipositas  schon einmal persönlich gesehen oder gar mit ihnen gesprochen hat (und nicht nur in der Akademikerstudie mit Statistikprogrammen die Studien für die nächte Konferenz oder Publikation vorbereitet) weiss, dass Kinder ein sehr feines Gespür dafür haben, wenn sie verarscht bzw. mit völlig unsinnigen und nicht funktionierenden Vorschlägen konfroniert werden, die die Erwachsenen schon selber nicht hinbekommen haben.

Als Konsequenz überlegen sich jetzt die Frauen und Herren Wissenschaftler, dass sie eine neue Studie machen wollen. Eine „JA-Studie“. Dort wird nun weniger auf die Gewichtsabnahme fokussiert, sondern auf Gesundheitsverhalten. Was nun auch nicht so unbedingt gerade 2014 eine neue Erkenntnis ist. Niederschwellige Gruppeninterventionsangebote ….   Wenn Sie denn die Zielgruppe mal mobilisieren könnten.

Hierzu ist die STEREO-Studie gedacht. Ich schätze eigentlich Prof. Hebebrand, aber so richtig überzeugend finde ich das Studiendesign nicht. So richtig erschliesst sich für mich noch nicht, wo denn nun der Unterschied zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe liegen soll. Und wie ich niederschwellig nun unterscheide, ob ich in der Gruppe :
„Soziale Kompetenz, Stressbewältigung, Körperschema, Umgang mit Hänseleien bzw. Ärger, Lebenszufriedenheit, psychisches Wohlbefinden“ behandele, oder  aber

(Kontrollgruppe) : „Ursachen, Folgen und Therapie der Adipositas, Ernährung (Optimix), Essverhalten, Problemlösestrategien, Selbstwert, negative Kognitionen, Bewegung, Sport, Medienkonsum“

Bereits hier werden dann die meisten Jugendlichen aussteigen… Wobei sie ja erst gar nicht in diese niederschwelligen Angebote kommen werden.

Was (auch für mich als bekennender Psychotherapeut) sich immer mehr durchsetzt ist die schmerzvolle Erkenntnis, das bei schwerer Adipositas (nicht nur im Jugendalter) eine möglichst schnelle (bariatische) Adipositas- Operation Mittel der Wahl wäre. Kein anderes Verfahren erreicht so schnell und so dauerhaft eine Gewichtsabnahme bzw. schafft die Voraussetzungen, dass sich nicht noch weitere schwere Komplikationen und Begleiterkrankungen bei dieser Hochrisiko-Gruppe einstellen.

Interessant und bezeichnend für die Sichtweisen der Wissenschaft im Jahre 2014 finde ich aber, dass die Adipositas-Kompetenzler nun nicht etwa eingestehen, dass ihre jahrelangen Bemühungen im besten Fall den Klienten nicht weiter geschadet haben (was man noch nicht einmal belegen könnte). Auf jeden Fall aber nicht genützt haben. Statt dessen kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Op-Methoden hinsichtlich Vor- und Nachversorgung mangelhaft wären.
Nicht, weil die Methode schlecht oder nicht indiziert wäre. Sonder weil die Qualitätssicherung mangelhaft wäre.

Ah ja. Da ist wieder eine DIN-Norm nicht aus Sicht der Wissenschaftler erfüllt worden. Eigentlich sind sie nur eingeschnappt und tief beleidigt, dass die stupiden Adipositas- Chirurgen bessere Ergebnisse erreichen als alle Ernährungsberater, Diätgurus und Verhaltenstherapeuten zusammen.

Geben Sie aber nicht zu. Und feiern sich dann selber. Auf nach Leipzig.

Ich werde also nicht nach Leipzig fahren und auf die Taschen und Symposienbeilagen und Sandwiches verzichten müssen. Ich werde nicht zum gesundheitsbewussten Sterne-Abendessen eingeladen werden.

Denn dieser Beitrag ist nicht von Sanofi, Berlin-Chemie, Lilly, Novo Nordisk, Ypsomed GmbH, Abbott, oder Medtronic / Bayer finanziert und unterstützt. Merkwürdig, warum werde ich bloss nicht zu entsprechenden Industrie-Symposien bei ADHS oder anderen Themen eingeladen ? Kann das mir Irgendjemand erklären ?

Mein Vorschlag für die Keynote zur Eröffnung in Leipzig wäre : Jean Phillip Chaput : Widespread misconceptions about obesity (Can Fam Phyiscian 2014; 60:973-6). Mehr dazu in einem späteren Artikel…

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11 Gedanken zu „Adipositas bei Jugendlichen

  1. Bettina Kahle

    Tja und was ist mit denen bei denen eine Magenbypass Operation nicht so geholfen hat wie gewünscht? Ich habe einen Magenbypass (seit 2012) und habe ca. 35 kg abgenommen. Was verhältnismäßig wenig ist…. eine OP ist kein Selbstläufer….Das erste halbe Jahr habe ich abgenommen und dann war Schluss…. Für die Ärzte war ich natürlich wieder schuld …..Letztes Jahr kam die Diagnose ADHS….Dann wurde mir einiges klar…. mein gewicht steht immer noch aber wenigstens konstant… es sind aber immer noch 130 kg und meine Gelenke merken das leider jeden Tag…. ich frage mich dann wo ist mein Ausweg, bzw wie schaffe ich das weiter abzunehmen ohne wieder in die alten Verhaltensmuster zu fallen die mich seit meiner ersten Diät (mit 11 Jahren) begleiten…..

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Natürlich würde es für mich dazu gehören, dass man VOR einer bariatischen Operation eine ADHS-Diagostik macht. Adipositas Grad II und III sind hoch signifikant mit ADHS assoziiert. Aber das ist eben auch eine der Dinge, die die Adipositas-Experten hartnäckig nicht beachten. Sie müssen offenbar schon aktiv vorbeischauen. Jedenfalls fehlt ein entsprechendes Symposium in Leipzig. Dabei hätte doch Shire oder Medice sicher noch gerne….

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    2. anjavonknobelsdorff

      Liebe Frau Kahle,
      googeln Sie doch mal „Cora Besser-Siegmund“ bzw. „Easy Weight“ – das Buch hat mir einmal sehr geholfen. Das Unterbewusstsein muss mitziehen, sonst klappt es mit dem Abnehmen auf Dauer nicht. Dem körperlichen Loslassen geht ein mentales voraus! Sie könnten es auch mit Hypnose versuchen. Damit habe ich keine Erfahrung, aber es soll wohl schon Einigen geholfen haben.
      Alles Gute und viele Grüße,
      Anja v. Knobelsdorff

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    3. anjavonknobelsdorff

      P.S.: Falls Sie analytisch arbeiten wollen, müssen Sie – sinngemäß nach Prof. Gerald Hüther – an den Punkt zurück, ab dem „das Haus begonnen hat, schief zu werden“.
      Dabei kann helfen: Der „Clarity Process“ nach Jeru Kabbal.

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    4. Unsinnstifter

      Das Gewicht ist in der Summe nicht nur durch Essen und Trinken, sondern auch durch Genetik und genügend andere Faktoren bedingt. Es sind vor allem hormonelle Kreisläufe, die eine Rolle spielen, weshalb Sie jetzt vielleicht nicht so gut abnehmen.

      Ich bin selbst ADHS und habs kräftig auf den Rippen. Aus Ihren Zeilen spricht vor allem: Frust, Unzufriedenheit und das heißt auch. Stress und der ist negativ und vermehrt bei ADHS. Auch der schwierige Schlafrythmus bei ADHS ist schlecht fürs Gewicht, regelmäßig Sonnenlicht ist ebenfalls hilfreich.
      Das Körpergewicht ist nicht unbedingt ursächlich für Gelenkprobleme. Die Knorpel sind „lebendig“. Die brauchen Nährstoffe, deshalb ist Bewegung so wichtig. normales Spazieren gehen reicht. Die extreme Streßsituation durch ADHS und die asozialen Nocebo-Strategien der Ärzteschaft, mißglückte Diäten, sowie die Diätenkarriere an sich – Ich hab übrigens mit demselben Alter etwa angefangen damit – führen geradewegs insbesondere bei sehr sensiblen Menschen ins Übergewicht.
      Das primäre Streßhormon Cortisol ist mitverantwortlich und manchmal hauptverantwortlich dafür, das Kniegelenke leiden. Das hat nur bedingt mit ihrem Lifestyle zu tun.

      Ich empfehlen Ihnen eine Entspannung. Lassen Sie sich nicht zu Hypnose oder anderer Scharlatanerie bringen, nutzen Sie Ihren Verstand. Psychoeducation bezüglich der ADHS, damit Sie sich selbst und ihr Verhalten, aber auch Ihre Wirkung auf Andere besser verstehen können.
      Bilden Sie sich weiter im Bereich Gewichtsproblematik, dafür sind Diätbücher definitiv falsch. Besser ist es, aufklärende Bücher zu den biochemischen Prozessen zu lesen, die die gängigen Modelle in Frage stellen.

      Ehrlich, ganz wichtig ist, zu lernen, das die Ernährung im allgemeinen eher das kleinere Problem ist bei extremem Übergewicht. Es helfen keine Selbstkasteiungen. Was wirklich hilft, das ist die Erkenntniss das es schlimmeres gibt als ein hohes Körpergewicht und das wir, schon in als Kinder mit Diäten unseren Körper trainiert haben, Energie zu sparen. Das können wir in aller Regel nicht wieder rückgängig machen. Was wir machen können ist unser Selbstbewußstsein zurückholen. Das geht über den Bildungsweg. Nichts ist so herrlich wie zu begreifen das die Ernährungsfuzzies im Grunde viel Unsinn und Mutmaßungen erzählen und sich sehr wichtig machen, aber eigentlich gar nichts wissen und pseudowissenschaftliche Modelle aus dem Mittelalter anwenden. Immerhin basiert die gesamte sogenannte Ernährungswissenschaft auf Beobachtungsstudien und die sind, desto größer der Hype in den Medien, desto falscher in Wirklichkeit.

      Lesen Sie vielleicht zum Anfang einmal Dr. G. Frank – Lizenz zum Essen. Das zeigt erstmal das grundsätzliche Modell, wieso Streß dick macht und wieso Jahrzehnte Diäten ihren Teil dazu beitragen.

      Es gibt nur den Weg der Selbstakzeptanz. Für Sie als Frau vermutlich noch schwieriger als für einen Mann. Trotzdem ist das der einzige Weg. Manche Menschen bleiben dick, weil sie einfach von der Konstitution so veranlagt sind.

      Ich war auch mal eine Weile dünn, dank Extremdiäten. Ultrasportlich, 20 km joggen 3/4 mal die Woche, 6mal die Woche beim Kraft-Ausdauertraining. Das vermisse ich schon, aber sobald ich dann keinen Sport mehr mache geht das Gewicht wieder hoch. Das ist ein deutliches Indiz dafür, das es sich um eine hormonelle Geschichte handelt.
      Die Sportsucht macht übrigens die Gelenke sehr viel eher kaputt, insbesondere Fußball ist vielfach schädlicher als ein bischen was auffe Hüften.
      Wer joggt, der „springt“ mit jedem Schritt durch die Luft und bei jedem auftreffen und abfedern, fängt der Körper / die Gelenke das drei bis fünffache des Körpergewichts problemlos ab. Das bedeutet für einen 80 Kilo Mann 240-400 Kilogramm Abfedern bei jedem Schritt. Das führt auch nicht zu Gelenkschäden automatisch. Gewicht ist nicht das Problem an den Gelenken. Zuwenig Bewegung, Streß, Cortisol Medikamente sind erheblich problematischer und das Altern bringt ganz normale Probleme. Manchen mehr, anderen weniger.

      Ich habe als ich früher dauerdiätete, viele Jahre vegetarisch gelebt, keine Butter gegessen. Irgendwann hab ich das aufgegeben und in dem Jahr, in dem ich wieder Butter aß, wöchentlich mindestens ein Paket!, kein bischen auf das achtete was ich aß, nahm ich 25 Kilo ab. Ganz ohne Diät, sondern mit der neugewonnen Selbstsicherheit, Freiheit und entspannteren Haltung zum Leben und weil ich nicht mehr auf die Ernährungshysteriker und Panikmacher hörte, sondern auf meinen Bauch.

      Quacksalber und Arschlöcher erkennen Sie am besten daran, das die Ihnen die Schuld zuschreiben für ihre Lage. Lassen Sie sich das nicht gefallen, das Ärzte und andere Behandler die Behandlungsfehler und Modellmängel auf Ihrem Rücken abwälzen.

      Viel Glück Ihnen!
      sorry Hr. Dr. Winkler für die Überlänge …

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  2. anjavonknobelsdorff

    Es ist bitter, zu merken, dass wirtschaftliche Interessen einem Paradigmenwechsel entgegenstehen. Ich kann Ihren Unmut gut verstehen. „Pecunia non olet…“ – doch in Wahrheit stinkt es zum Himmel. Nicht nur hier, sondern auch dort.

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  3. Bettina Kahle

    Ach Adhs bei Erwachsenen gibt es doch gar nicht sagen die Ärzte im operierenden Kh…. ist ja klar…. im Moment brauche ich wohl einfach geduld…. nur das das eben nicht so einfach ist…. in den letzten 2 jahren hat sich bei mir sehr viel getan…. burn out, reha, Umschulung, neuer job…. anstrengend, aber auch lohnend und mit viel Spaß. …. in meinem neuen job fühle ich mich wohl…. auch wenn ich grad herbstzeitmäßig ne leicht depressive phase habe….ich weiß aber (durch viele therapien) das diese phase auch wieder vorbei geht….. ich hoffe das dann irgendwann auch das gewicht wieder langsam runter geht

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  4. Unsinnstifter

    Bei den Experten setzt sich so ganz langsam die Erkenntnis durch, dass Adipositas zunimmt und das eben auch zunehmend oder gerade Kinder und Jugendliche schwer betroffen sind. Und trotz jahrelanger Appelle und Bemühungen wollen doch diese Kids einfach nicht abnehmen.

    Adipositas nimmt nicht im besonderen Ausmaß zu, sondern die Berichte darüber, die Sensibilisierung darüber und die Problematisierung, gerade wegen der monetären Interessenlage. Die Modelle der Gewichts Zu und Abnahme ignorieren die HPA Achse, die Folgen massivem emotionalen Stresses bei Ausweglosigkeit und Dauerhaftigkeit über Jahre, Jahrzehnte.
    Gewicht Zu oder Abnahme ist in vielen Zügen eine rein hormonelle Steuerung. Vergleichen Sie einfach mal Schilddrüsen Über und Unterfunktion oder schauen Sie sich andere Probleme der Schilddrüse an. Auch die Auswirkungen von Blutdrucksenkern, die über die HPA Achse und hormonelle Aktivität wirken und dabei auch den Grundumsatz senken, bis zu 25%.
    Cortisol Präparate lösen nicht ohne Grund Beschwerdebilder aus, die vom Cushing-Syndrom zeugen und vielem ähnlich sind, das mit der Adipositas auftritt.
    Streß und damit Cortisolausschüttung ist eines der Hauptprobleme. Streß und Aggression, Ärger, unterdrückte Wut, Enttäuschung. Ständige Aktivierung des Überlebenskampfes durch einen Mangel sozialer Akezptanz und damit einer als lebensbedrohlich empfundenen Bedrohung für das eigene Leben – Das geht soweit, das ein übergewichtiger Mensch sich wie im Krieg fühlt, weil er überall sich Rechtfertigen muss, überall wird seine moralische Intigrität angezweifelt, sein Wert, sein Nutzen für die Gesellschaft (na, sind wir wieder so weit? Kostenkalkulation und Abschaffung der Menschlichkeit?)
    Der Mensch ist ein soziales Wesen und die Menschen, die aus der sozialen Gemeinschaft herausgedrückt werden, weil sie als Untermenschen gelten – und da lass ich mir nicht widersprechen: „Der Dicke“ wird heute strukturell rassistisch diskriminiert! –

    Nun ist die Spaltung der Übergewichtigen und Untergewichtigen sichtbar: Der eine Stoffwechsel braucht zum kompensieren von Streß Nahrung, der andere Körper kann und muss das anders lösen, abhängig vom „Verdauungsfeuer“, also der Verdauungsfähigkeit und der Fähigkeit durch Essen Stressreduktion zu erreichen. Das ist eine genetische Konstante. Sie können bei extremen Streßproblemen wie Schlafapnoe oder auch ADHS und bei Aspergern deutlich erkennen, das es da einen Zusammenhang gibt, weil die Betroffenen sich immer wieder (grob) in beide Gruppen aufspalten: Massiv Adipöse und sehr dünne Menschen. Bei Schlafapnoe liegt das bei 60 Prozent massivem Übergewicht.

    Hier wird auch deutlich was die Zahlen letztlich belegen: Nicht der Zuwachs an Dicken Kindern, sondern die Extreme nehmen zu. unter Kindern und Jugendlichen. Das ist eine Leistung, die sich die Ernährungs“berater“ und diejenige Ärzteschaft zuschreiben lassen dürfen:
    Durch den ständig wachsenden psycho-sozialen Druck mit funktionslosen Diäten, gerade auch die Angriffe auf Kinder im Vorschulalter und Grundschulalter von Askesepredigern, die die Hölle der Fettsucht predigen, die das Essen als Ursache von Gewichtsproblemen darstellen, obwohl es in aller Regel nur ein Symptom ist.
    Warum gehts immer mehr in die Vorschule und in den Kindergarten? Weil es bei Erwachsenen nicht funktioniert hat, darum gehen diese Rassisten jetzt auf die dickeren und stämmigen Kinder los. Immer frühere Interventionsstrategien, weil die Modell einfach scheiße sind und nicht funktionieren.

    Nein, wie Sie selbst schon vermuten Herr Dr. Winkler, sind es die Modelle, die nicht funktionieren. Ich kann nur raten sich mit Dr, G. Frank, Udo Pollmer, Uwe Knops Büchern einen Einstieg zu verschaffen über das, was wirklich dick macht und warum.

    Was (auch für mich als bekennender Psychotherapeut) sich immer mehr durchsetzt ist die schmerzvolle Erkenntnis, das bei schwerer Adipositas (nicht nur im Jugendalter) eine möglichst schnelle (bariatische) Adipositas- Operation Mittel der Wahl wäre. Kein anderes Verfahren erreicht so schnell und so dauerhaft eine Gewichtsabnahme bzw. schafft die Voraussetzungen, dass sich nicht noch weitere schwere Komplikationen und Begleiterkrankungen bei dieser Hochrisiko-Gruppe einstellen.

    Das ist so falsch wie einem Raucher den Mund zu zu nähen oder die Hände abzuhacken, weil sie das Rauchen nicht lassen.
    Raucher haben ein statistissches Gesundheitsrisiko das dem eines BMI 50+ Patienten entspricht. Aber die Kampagneros haben die gewichtigen Menschen auf dem Schirm. Na wieso wohl? Weil die Dicken, mit denen kann man es machen, die haben keine Lobby, die sich für ihre Interessen einsetzt.

    Schwerste Verstümmelungen, zunehmend irreparable bariatrische Operationen, Todesfälle und ein Leben ohne anständige Mahlzeit.

    Nicht das Übergewicht ist die Hölle auf Erden sondern die Selbstherrlichen Selbstbediener, die sich weigern die psycho-sozialen Streß-Ursachen für Gewichtsprobleme und Krankheit zu sehen. Aber das würde ja erfordern, das diese Leute anfangen die sozialen Lebensumstände auf den Tisch zu ziehen. Dann müsste man das Verhalten der Mobber anklagen, dann müsste man die nutzlosen Diäten absschaffen, den anerzogenen Schuldkomplex hinterfragen. Die Verteilungsverhältnisse dann ganz am Ende hinterfragen. Dann müsste man fragen wieso Arbeitslose, Ausgestossene denn dick werden, wenn nicht durch Knabbern? Wieso haben die Leute so intensiven Streß?
    Es müsste ein Schuldbewußtsein bei den Tätern gefördert werden, ein Umdenken bei der Ernährungsberatung stattfinden – Sie ist eine Ursache und keine Heilung für Über-Gewicht, gerade weil diese pseudowissenschaftlichen Konzepte eben die Ursachen ignorieren, gar nicht daran interessiert sind, zu hinterfragen. Das zeigt schon Ihr Beispiel mit der Diabetes auf. Lesen Sie mal die Studien, die Sie bei Pollmer, Knop, Dr. G. Frank hören. Es wird deutlich, das es keine Diabetesepidemie gibt, sondern nur, das heute genauer hingeschaut wird. Auch die Senkung der Grenzwerte hat diese geschaffen, ähnlich wie die Schaffung bzw. der falsche Umgang mit BMI Kennzahlen die Gewichtsempidemie vorgaukelt und eine wirtschaftliche Kennziffer aus der Versicherungswirtschaft mit soziologischem Aussagewert völlig hirnrissig in die individualisierte Medizin übernimmt. Hat hier überhaupt nichts zu suchen! Aber das liegt daran, das die Staaten / WHO die Menschen wie die Versicherungswirtschaft sehen wollen. Sie betrachten die Menschen aus der monetären Sicht, suchen die Risiken zu minimieren und verursachen dabei mehr Schaden als sie Nutzen stiften, weil durch die falschen Annahmen Hexenjagd betrieben wird, aber nicht primär iene Gesundheitsfür- und vorsorge. Denn dann müsste man in allerletzter Instanz die Systemfrage stellen, die Nutznießer des Status-Quo bloß stellen etc., wie Ihnen schon offenbar aufgefallen ist Herr Dr. Winkler.

    http://www.lizenz-zum-essen.de
    http://www.echte-esser.de/Autor.html
    http://www.euleev.de/ + http://www.euleev.de/veroeffentlichungen

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  5. Unsinnstifter

    Hier gehts um Kinder, also werdende Jugendliche, aber die Zahlen zeigen eines deutlich: Die behauptete Gewichtsepidemie, die gepredigt wird, ist nicht vorhanden.

    http://www.echte-esser.de/tl_files/files/PM_Kinder_Fettleibigkeit_Nov%202014.pdf

    Und wie das Beispiel auch von Frau Kahl zeigt, mein Beispiel, die Beispiele von hunderten anderen (einige finden Sie zum Beispiel in diesem Forum: http://www.deutschlands-dicke-seiten.de/forum/

    So viele Betroffene, die mit Diäten bereits in der Kindheit! begannen, darüber dick und dicker wurden.

    Finger weg von Diäten. Wer dick ist, sollte sich etwas bewegen, seine Muskulatur stärken und entspannt leben und essen. Mit Lust und Maß. Wie jeder dünne übrigens auch.

    Beste Grüße

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