Ziele erreichen : Von der Ameise und dem Apfelbaum

Heute mal wiedere in Beitrag aus meinem Werkzeugkasten von häufig eingesetzten Metaphern bzw. Coaching-Werkzeugen.

Sehr häufig fällt es meinen Klienten und mir schwer, konkrete Ziele für die Therapie zu setzen. Dies gilt speziell auch für die stationäre Behandlung, wo wir nur sehr wenige Termine zur Verfügung haben. Manchmal sehe ich als Oberarzt die Patienten sogar nur einmal.

Dann sind kurze Interventionen erforderlich.

Egal, ob ich nun einen Menschen zu Beginn, im Verlauf oder am Ende einer Behandlung erlebe. Immer geht es um die Frage, ob man sich auf dem richtigen Weg zur positiven Veränderung bewegt. Ob also der Therapieweg überhaupt klar vor Augen ist und ein Ziel visualiert werden kann.

Sehr viele Patienten kommen mit sehr diffusen Veränderungserwartungen und haben nicht die blasseste Vorstellung davon, wie sie zu einer Veränderung im Sinne von Zielerreichung kommen könnten.

Dann frage ich gerne, wie es sich anfühlen würde, wenn sie das ZIel schon erreicht hätten.

Das begründe ich mit der häufig von Therapeuten gewählten Metapher (Geschichte) von der Ameise und dem Apfelbaum :

Nehmen wir an, es ist Spätherbst und sie sind eine kleine Ameise, die an einem Apfelbaum noch einen Apfel hoch oben im Geäst entdeckt.
Sie wissen, dass dies prima für den Wintervorrat des Baus wäre. Andererseits ist aber der Weg in den Baum zum Apfel so hoch und sie könnten sich an unzähligen Verästelungen des Baums verlaufen und müssten dann immer und immer wieder umkehren, bis sie den Apfel erreicht hätten.

Umgekehrt wäre es doch ganz einfach. Wenn sie als Ameise den Apfel schon erreicht hätten, würden sie einfach eine Duftspur bzw. Markierung hinterlassen und sie als Ameise bzw. die anderen Ameisen des Ameisenbaus würden dann leicht den Weg hoch zum Apfel finden.

Daher biete ich meinen Patienten dann einmal an, dass Gefühl zu beschreiben bzw. sich bildlich vorzustellen, sie hätten den Apfel = das Ziel schon erreicht. Und von da aus den Weg zurück zum Anfang sich vorzustellen.

Dabei nehme ich gerne Situationen, in denen man schon einmal eine Herausforderung gemeistert hat. Mit Vorliebe Situationen aus der eigenen (mehr oder weniger unbeschwerten) Kindheit.

Beispielsweise für solche erreichten Ziele wären :

  • Fahrrad fahren lernen
  • Ein neues Level in einem Computerspiel erreichen
  • Einen Auftritt im Schultheater oder als Musiker erfolgreich meistern

Dieses Gefühl lasse ich wieder in eine abstrakte Form bildlich übersetzen. Also frage ich : Wenn dieses „Ich kann es“-Gefühl eine Farbe, eine Form, ein Gewicht, eine Temperatur hätte, was passt dazu ?

Je mehr Submodalitäten = Eigenschaften man findet, desto besser.

Dann stellt man sich diese Form = Imagination vor und macht 10 Augenbewegungen von rechts nach links oder tipps abwechselnd auf den rechten und linken Oberschenkel.

Damit wird das Bild in aller Regel positiver bzw. „allgemeingültiger“.

Ich rege dann an, dieses Gefühl als eine Art „Kompass“ für eigene Entscheidungen zu nehmen. Sich also diese Form vorzustellen und einmal zu schauen, ob sie sich (synästhetisch) bei Entscheidungen bzw. negativen Belastungen verändert.

Dann kann man das „Apfelbaum-Gefühl“ als eine Art inneren Wegweiser nehmen und erkennen, ob man sich in die richige Richtung bewegt bzw. quasi sein eigenes intuitives Wissen als Visualisierung bzw. Imagination nutzen.

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