Hexenkessel : Wenn man den inneren Druck ständig kontrollieren muss

Im Verlauf einer Einzelstunde beschrieb eine meiner Patientinnen ihre derzeitige Lebenssituation mit einem Hexenkessel. Eigentlich mehr oder weniger ein Dampfdrucktopf, der ihr immer mal wieder um die Ohren fliegen könnte. Und auf den sie immer wie eine Kesselhüterin acht geben müsse.

Das Aufpassen auf den inneren Kessel bzw. auf mögliche äussere Störquellen beanspruche fast ihre ganze Energie und bestimme den Tag (und die Nacht). Gerade ihr unbekannte Personen seien für sie daher eher eine Bedrohung. Sie reagiere dann misstrauisch, testend, ja paranoid. Aus Selbstschutz, obwohl sie eigentlich wisse, dass ihr nichts passieren wird oder kann.

So habe sie in der letzen Nordic-Walking Stunde schon gespürt, wie ein innerer Druck angestiegen sei. Sie habe das Tempo des Sporttherapeuten nicht mithalten können, andererseits aber eben auch nicht offen ansprechen können, dass sie überfordert oder schlicht und ergreifend sauer auf ihn war, weil er sich nicht auf das Tempo aller Teilnehmer einstellen konnte oder wollte. Oder es einfach nicht mitbekommen hat. Sie hatte sich jedenfalls auch nicht getraut, ihn zu alarmieren.
Wie auch immer.

Eigentlich eignet sich ja Bewegung bzw. Sport eher zum Druckabbau. Das war aber ganz klar bei ihr nicht der Fall.

Es sei dann wieder so eine Angst aufgestiegen. Wie ein unheimlicher Dampf, der ihr schon bestens bekannt sei. Ihr einziger Gedanke war es dann, wie sie es noch zurück in die Klinik schaffen könne. Wie sie also in die Sicherheit ihres Zimmers kommen könne.

Klar, ihr waren die Zusammenhänge einer Panikattacke bekannt. Sie hat schon viel Therapie hinter sich. Darunter auch Elemente eines Skills-Training zur Emotionsregulation (nach Linehan).

Aber alle Beteuerungen, dass die körperlichen Symptome einer Angstattacke vielleicht sehr unangenehm seien, aber sie „schon nicht umbringen werden“, sind da irgendwie Schall und Rauch. Oder noch nichtmal dies. Sie sind wohl schlicht unpassend, da sie eigentlich eher einen inneren Kontrollverlust fürchtet. Ein Gefühl der frei flottierenden Angst bzw Handlungsunfähigkeit. Und dieser Zustand wird eben gerade nicht nur Angstbewältigung einer kognitiven Verhaltenstherapie oder durch Konfrontationsbehandlungen verändert. Die helfen schlicht nicht, was dann letztlich auch die Therapeuten hilflos bzw in gewisser Weise unfair ihr gegenüber macht. Nur zu gerne wird ihr dann Vermeidung bzw. fehlender Wille zur Veränderung unterstellt.

Das mag ja sein, aber vermutlich trifft es nicht zu. Oder eben nicht wirklich den Kern des Problems. Sie vermeidet nicht das Auftreten der Angst. Sie vermeidet das Auftreten des inneren Drucks bzw der Handlungsunfähigkeit.

Nehmen wir also einmal an, sie verhält sich im Sinne ihrer eigenen Psycho-Logik psycho-logisch. Und nicht gestört.

Überlegen wir ein paar Minuten mal, welche „Optionen“ sie denn so hätte.

– Aushalten
Im Gegensatz zu den sonst psychologischen Erfahrungen der Beschwerdeabnahme (u.a. durch sog. Habituation) führt das Aushalten müssen zu einer enormen Kraftanstrengung und damit zur Erschöpfung.

Ich persönlich sehe es so, dass unter der doch recht unspezifischen Diagnose chronischer Erschöpfungszustände (wie z.B. der Chronic fatigue) häufiger solches „Aushalten müssen“ steht.

Typisch ist, dass das es von Mal zu Mal also nicht besser, sondern schlimmer wird. Die innere Kraft nimmt immer mehr ab, bzw. die Erholungsintervalle werden länger. Bis gar keine Erholung mehr möglich ist

– Entwicklung von Chronischer Schmerzstörung
Das klingt jetzt vielleicht makaber. Aber hinter vielen Schmerzstörungen, speziell der Fibromyalgie steht halt eigentlich eine innere Stressverarbeitungsstörung.

Meine Patientin leidet dementsprechend auch unter verschiedenen chronischen Schmerzen, die bisher symptomatisch mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen therapiert wurden.

– Übersetzung in andere körperliche Symptome
Das nennen wir Psychotherapeuten ja auch Konversionsstörung oder mehr oder weniger deckungsgleich Somatisierung. Gemeint ist damit letztlich, dass sich emotionale Konflikte bzw. Stress und Spannungen in Form von körperlichen Beschwerden zeigen.

– Entwicklung einer Essstörung
Vom Typ her wäre diese Patientin eher im Spektrum der Binge Eating Störung mit Essattacken anzusiedeln. Sowohl diese unkontrollierten Essanfälle bzw. auch eine bulimische Symptomatik, wie auch anorektisches = restriktives Essverhalten könnten im Zusammenhang mit dem zuvor beschriebenem inneren Druckproblem stehen

– Druck ablassen
Hier würden Patientinnen aus dem Borderline-Spektrum sicher selbstschädigende Verhaltensmuster wie Ritzen nutzen. Das aber ist bei meiner Patientin bisher offenbar noch nicht passiert. Was ja auch gut ist.

– Druck betäuben
Drogen, Schlafmittel bzw. Benzodiazepine oder Alkohol kommen da spontan in den Sinn.

Wobei man durchaus zugeben muss, dass die pharmakologischen Alternativen aus dem Schrank des Psychiaters in diesen Fällen kaum eine wesentlich bessere Alternative darstellen. Entweder sie sind wirkungslos oder aber sie müssen immer weiter und weiter erhöht werden (beispielsweise das bei diesen Zuständen dann gerne gegebene Seroquel= Quetiapin).

– Dissoziieren
Auch leichter gesagt als getan. Aber das Ausweichen in einen inneren Raum der Dissoziation ist vermutlich noch am ehesten eine psychologische Lösung für ihr Dilemma.

Was dann tun ?

Der gute Rat eines Psychotherapeuten würde ja entweder in die Richtung gehen, dass sie das Vermeiden vermeiden müsste. Also in die Konfrontation mit der Angst in den Situationen gehen solle.

Das hat sie unzählige Male versucht. Ich möchte nicht behaupten, dass es ein falscher Ratschlag wäre. Für viele klassische Angstpatienten ist es ja auch „nur“ eine Befürchtung, dass dann schlimme körperliche Symptome des Teufelskreis der Angst auftreten könnten.

Für diese Patientin – und auch viele mir bekannte Borderline-Patientinnen – ist es aber eben eher eine persönliche Wahrheit, weil Erfahrung, dass sie den Druck eben nicht aushalten könnten.

U.a. weil der Druckregulationsmechanismus (tolles Wort) eben nicht funktioniert. Vermutlich auch nie richtig funktioniert hat. Und zudem durch Hilflosigkeitserfahrungen bzw. Traumatisierungen die Eichung bzw. Justierung des Druckablassventils völlig verpeilt ist.

Zum eigentlichen Kern des Problems kommt man nie

Bei dieser ziemlich grossen Gruppe von Patientinnen und Patienten in psychosomatischen Kliniken, Psychiatrien und sicher auch in den Praxen von Psychiatern und Psychologen dürfte es recht ähnlich ablaufen :

Die Beschwerden sind in vielfältiger Form vorhanden, doch schon der Kontakt zur Therapeutin bzw. zum Arzt sind schwierig. Und zwischen den Terminen sammeln sich so viele neue Cookies bzw. Spannungen und Probleme an, dass man sich fühlt, man kämpfe gegen eine Lawine an.

In meiner Vorklinik (Kompentenzzentrum für Essstörungen) war es beispielsweise so, dass sich ein Grossteil derartiger Patientinnen halt in unserer Medizinischen Zentrale sammelten. Häufig nachdem wir Psychotherapeuten belastende Themen bzw. Trigger „getroffen“ hatten, die nun zu einer Destabilisierung führten.

Im günstigsten Fall traten dann psychosomatische Beschwerden wie Völlegefühl, dicker Bauch, Bauchkrämpfe oder sonstige Beschwerden auf. Die wurden dann symptomatisch mit irgendwelche Magentropfen „therapiert“. Was eigentlich nun mehr oder weniger medizinisch gesehen unsinnig ist. Die Patientinnen sind aber eben krankheitsbedingt auf die Selbstbeobachtung von allen möglichen und unmöglichen Veränderungen am Körper – speziell im Bauchbereich – fixiert. Verständlich.

Die Therapeuten haben also einen „wunden Punkt“ getroffen. Der jetzt aber wie eine Domino-Reihe droht, das  System zu Instabilität zu bringen.

Die Therapeuten sind längst zu Haus, der innere Druck wächst aber bzw. der innere Boden unter den Füssen wird weniger und weniger….

Viele Patientinnen schützen sich dadurch, dass sie dann in den Therapien nicht mehr reden bzw. gute Mine zum bösen Spiel machen. Sie halten dann Klinik aus. Aber gehen nahezu unverändert wieder nach Hause.

Hier müsste Therapie aber gerade da ansetzen, wie man denn über diese Verzweifelung mit den inneren Druckregulationsproblemen überhaupt in Austausch kommen könnte.

Über Worte nur schwer. Über Bilder kinderleicht.

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13 Gedanken zu „Hexenkessel : Wenn man den inneren Druck ständig kontrollieren muss

  1. bettyblue02

    Über Bilder kinderleicht? Wie denn?
    Das Grundproblem ist doch die Abhängigkeit des Wohlbefindens vom Verhalten der Umgebung.
    Wie sollen Bilder dabei helfen, diese Abhängigkeit zu reduzieren?

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Das Problem ist nicht so sehr das Verhalten der Umgebung. Sicherlich in extremen Fällen schon (z.B. wenn man noch in der Familie bzw. in einer negativ belasteten Umgebung leben muss). Vielmehr ist es doch so, dass gerade die Trennung von „alten Schemata“ bzw. immer und immer wieder auftretenden alten Empfindungen und die Wahrnehmung im Hier und Jetzt nicht gelingt.

      Man kann lernen, die eigenen Spiegelneurone für derartige Ausseinflüsse quasi in einen neutralen Ausgangszustand zu bringen. In dieser Woche wird im Newsletter noch über Emotionales Judo gesprochen. Also auch einmal geschicht Nicht-Reagieren (ohne gleich zu Vermeiden).

      Über innere Bilder kann man lernen, eben der Situation ein anderes (niedrigeres) emotionales Gewicht zu geben und nicht in ganz viele frühere Hilflosigkeitserfahrungen zu rutschen.

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  2. anjavonknobelsdorff

    Ihr Bericht macht mich sehr betroffen. Besonders, dass viele Patientinnen die Klinik nahezu unverändert wieder verlassen. Das Problem der Konfliktvermeidung ist also ein spezifisch weibliches?
    Was hat die Dame X davon abgehalten, ein offenes Wort an den Sporttherapeuten zu richten? Wovor hatte sie Angst? Vor Zurückweisung oder vor dem Eingeständnis einer Schwäche? Wollte sie vor den anderen nicht als Querulantin dastehen?
    Müsste Therapie nicht gerade da ansetzen? Am Erkennen der eigenen Bedürfnisse und an der Artikulation derselben?
    Wo sehen SIE den Kern des Problems?

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  3. Dr Martin Winkler Autor

    Es ist sicher kein Problem dieses Sporttherapeuten oder dieser Klinik. Es ist eine Problem, dass ich in sehr unterschiedlichen Kliniken immer und immer wieder erlebe. Ich habe sie auch gefragt, was sie gehemmt hat : Es war das Wissen, dass es eben nicht am Therapeuten lag bzw. seiner fachlichen Ausübung. Sie wurde getriggert von einem Hilflosigkeitserleben, dass quasi wie eine „Aura“ über der Situation liegt. Sie versucht, alle ähnlichen Situationen mit Irritation oder Ambivalenz zu vermeiden. In diesem Fall die eigene Ambivalenz : Soll ich mitmachen oder nicht. Soll ich es ansprechen oder nicht. Das „oder“ ist ein Kern des Problems.

    Asynchrone Gefühle sind häufig eben derart, dass es ein sowohl als auch (und nicht ein entweder oder) gibt. Die Patientin rutscht in diesen Situationen in eine Art Kontrollverlust. Dabei antizipiert sich aber eher das Versagen von Kontrolle. Das Problem ist aber eben ein emotionales und nicht ein kognitives Problem.

    Natürlich müsste Therapie genau DA ansetzen. Habe ich auch versucht.
    Aber nicht immer lassen sich die Patienten da fangen, wo es brennt.

    Es ist aber sicher kein spezifisch weibliches Problem. Es ist ein Problem, den Kern eines Problems zu fassen. Er flutscht halt gerne wie ein Aal weg.

    Manchmal gelingt es, denn Kern zu fassen. Das bedeutet aber noch nicht zwangsläufig, dass man dann die Bereitschaft oder auch eigene Fähigkeit hat, dass dann zu bearbeiten.

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  4. anjavonknobelsdorff

    Danke für Ihre Antwort.
    Wenn es also doch nicht am zu hohen Tempo des Therapeuten gelegen hat, dann hat die Patientin Sie belogen, Sie und sich selbst. Das klingt jetzt hart, aber ist es nicht so?
    Entweder sie fühlt, dass sie nicht mithalten kann. Dann kann sie es zur Sprache bringen.
    Oder aber sie hat generell keine Lust, unter der Aufsicht und Führung eines anderen zu laufen.
    Das Spüren einer allgemeinen Hilflosigkeit liegt dann daran, dass sie sich selbst gegenüber nicht ehrlich ist und lieber mitläuft als in der Klinik zu bleiben.
    Sie glaubt, die Kontrolle zu verlieren? Wenn sie sich in diesem Moment einfach nur auf das Laufen konzentrieren würde, mit all der Aufmerksamkeit, die ihr zur Verfügung steht, dann gäbe es keinen Raum für weitere Gedanken und Gefühle, die in die Selbstsabotage führen.

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  5. Dr Martin Winkler Autor

    Ich habe ihr auch deutlich zu verstehen gegeben, dass ich es für ein NICHT WOLLEN halte. Sie hätte sicher das Problem kompetenter lösen können.
    Sie glaubte aber wohl nicht mehr daran, dass sie es mit Anstrengung und Ausdauer eben verändern kann. Da ist das Vermeiden leichter.

    Was aber nichts an dem im Beitrag geschilderten Problem des Drucktopfes ändert. Da hat die Patientin durchaus in ihrer Wahrnehmung eine Berechtigung.

    Dennoch ist es eben so, dass man dann gerade in solchen Sportsituationen bzw. Übungssituationen ja die Skills ausprobieren kann und muss, die gegen die Vermeidung wirken.

    Sie ist jahrelang in diesem Muster bzw. möchte wohl nie wieder Arbeit finden müssen. Das sind dann zusätzliche Funktionalitäten….

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  6. widerstandistzweckmaessig

    Irgendwie ist mir die Lösung der Problematik in diesem Artikel entgangen. All die angeführten „Lösungen“ verstärken das Problem und damit den inneren Druck!

    Meiner Meinung nach – ich bin Laie aber habe selbst viele Erfahrungen – entsteht der Druck durch Nichtreagieren auf Reize (allgemein ausgedrückt).

    Wenn ich als auf einen Reiz von außen nicht adäquat reagiere, baue ich inneren Druck auf. Diesen Druck auszuhalten, mit Skills zu regulieren oder Dampf ablassen ist also ein Versuch, das Symptom zu verändern, ändert aber nichts an der Ursache. Daher ist es auch wirkungslos.

    Wichtig ist für den Patienten zu lernen, die Ursache zu erkennen und zu erforschen, die zum Druckaufbau führt und darauf adäquat zu reagieren statt sich selbt zu zwingen „zu funktionieren“

    Das klingt für jemanden, der gewohnt ist, auf Situationen zu reagieren, vielleicht zu banal um wahr zu sein, aber meiner Erfahrung nach steckt genau da das Problem.

    Viele Menschen, mit psychischen Problemen, haben aus verschiedenen Gründen den Kontakt zu sich selbst verloren und spüren daher den Reiz nicht und können daher nicht adäquat reagieren.

    Ziel muss es also in erster Linie sein, den Reiz zu spüren, wahrzunehmen welche Gefühle er auslöst, diese Gefühle zu benennen und zu lernen adäquat darauf zu reagieren.

    Vorrangig muss in der Therapie also ann der Verbindung zu sich selbst, sich selbst spüren und die Gefühle wahrzunehmen gearbeitet werden. Meiner Erfahrung nach verschwindet der innere Druck dann von selbst.

    Klingt das zu einfach? Verschwindet von selbst? Ist aber wirklich so.

    Und wenn er doch wieder kommt, dann heißt es hinschauen, wie weit und warum ich mich von mir selbst und vom spüren wieder entfernt habe und warum ich wieder nicht reagieren auf die Reize.

    lg
    Maria

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  7. Dr Martin Winkler Autor

    Sehr gut. Ich habe bewusst keine Lösung mit im Artikel gehabt. Ich hatte erst eine Version, wo ich meinen angebotenen Lösungsweg skizziert habe.
    Aber eigentlich ging es mir zunächst „nur“ darum zu zeigen, dass es diese Situation gibt. Und dass es ein Problem darstellt, weil sich viele dieser Patienten eben nicht offenbaren können. Sie sind zu schlau dazu, ehrlich zu sein. Aber auch „zu feige“ (stimmt so nicht), etwas zu verändern.

    Es geht natürlich darum, den inneren Kontakt und sowas wie eine innere Orientierung auf mehreren Ebenen herzustellen. Ich leite die Patienten eben dazu an, quasi über innere Bilder (und oder klassische Mikroanalysen der VT) auf „Ausschlag-Suche“ zu gehen. Also auf Situationen, bei denen der Druck im Mikrobereich ansteigt.
    Statt immer wegzuschauen bzw. zu schlucken. Das gelingt mal besser und mal weniger gut.

    Das Dilemma bei diesen Patienten ist ja, dass das „Aushalten“ soviel Druck erzeugt, dass die Wahrnehmung gar nicht mehr gelingen kann.

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  8. Jutta Stein

    Hallo Martin,

    ich muss grad gestehen das mich Dein Artikel ziemlich „umhaut“.
    In so vielem erkenne ich mich wieder und sehe rückblickend was da therapeutisch falsch gelaufen ist…
    ….ich glaub ich muss erstmal ‚übersetzen“ und dann überlegen, was für Schlüsse ich daraus ziehen soll…

    Danke für den tollen Blog 👍

    LG, Jutta

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  9. Jutta Stein

    Hallo Anjavonknobelsdorff,

    für Sie scheint ihre Wahrnehmung /Sicht der Dinge ganz klar zu sein und der verlinkte Artikel, unterstreicht auch Ihre Sicht.

    Nur bedenken Sie bitte, dass Ihre Wahrnehmung der Welt nicht bei allen Menschen gleich ist.
    Deshalb sollte man(n)/frau es vermeiden von der eigenen Wahrnehmung/Weltsicht auf andere Menschen zu schließen.

    Wenn man, wie bei mir, versucht fast 38 Jahre „normal“ zu sein, weil Liebe und Zuneigung meistens an die Bedingung „normal“ zu sein geknüpft war, dann kommt man automatisch in den Verdrängungsmechanismus rein. Das sehe ich ganz klar. Wenn dann noch verschiedene Mobbingsituationen/Hänselein (=Mikrotraumen) hinzukommen, dann macht es das Ganze auch nicht einfacher…von meiner ausgeprägten Reizfilterschwäche garnicht zu reden.

    By the way ein „Normalo“ verdrängt übrigens regelmäßig. Er/Sie filtert normalerweise die von aussen einströmenden Reize und nimmt nur einen Teil der Reize war.

    Da geht dass dann nicht so einfach mit Gefühle angucken und rationalem Denken.

    Sorry, aber solche „selbstgefälligen“ Kommentare, von Leuten, die meinen sie hätten das Patentrezept für ein Problem, machen mich echt wütend.

    Wenn man, aus welchen Gründen auch immer Sachen verdrängt, mag dass auf den ersten Blick nicht schlau erscheinen; manchmal ermöglicht es aber erstmal ein Weiterleben und zweitens heißt das noch lange nicht, dass man doof ist.

    J. Stein (mit IQ 131)

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    1. anjavonknobelsdorff

      Hallo Frau Stein,

      es tut mit leid, dass Sie sich von meinem Kommentar verletzt fühlen. Wie schwer es ist, den eigenen Gefühlen und Wahrnehmungsmustern auf die Spur zu kommen, weiss ich aus eigener Erfahrung. Verdrängungsmechanismen, die über Jahre bzw. Jahrzehnte hinweg dabei geholfen haben, das (psychische) Überleben zu sichern, lassen sich nicht von heute auf morgen wegtherapieren. Der Begriff der Schlauheit ist in diesem Zusammenhang absolut fehl am Platz, darauf wollte ich hinweisen. Schlauheit hat mit kühler Rationalität zu tun, die fehlende Bewusstwerdung und Artikulation von Gefühlen hingegen mit Angst. Aus Angst, nicht geliebt und anerkannt zu werden, verleugnen wir unsere Wahrheit und verlieren uns. Dieses Muster ist uns von klein auf beigebracht worden.
      Wenn es so etwas wie ein Patentrezept aus diesem Teufelskreis geben sollte, dann ist es die Achtsamkeit. Genau so wie Maria es oben beschrieben hat, geht es darum, den verschütteten Gefühlen wieder auf die Spur zu kommen. Und wenn es jemanden gibt, der den Patienten/ die Patientin auf die Wichtigkeit der Achtsamkeit hinweisen sollte, dann ist es der Therapeut/ die Therapeutin. Ich selbst war jahrelang in Therapie, doch von Achtsamkeit habe ich währenddessen nichts gehört. Das kam erst später, sehr viel später.
      Alles Gute für Sie und auf ein freundschaftliches Miteinander hier im Blog,

      Anja v. Knobelsdorff

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  10. Pingback: Der Frosch auf dem Herd und Depressionen | Seelenklempnerei Winkler

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