Archiv für den Monat Juli 2014

Warum gibt es soviele Krankheitsbilder aber kein Gesundheitsbild ?

Seelenklempern auf Bloglovin

Patienten und ihre Ärzte haben alle möglichen und unmöglichen Krankheitsbilder im Kopf. Sie haben damit eine Vorstellung bzw. zumindest eine grobe Ahnung, welche Symptome = Beschwerden, sie nun mit dem Zustand „Krankheit“ verbinden.

Gesundheitsbilder gibt es praktisch nicht.

Es ist natürlich unsinnig, Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit zu definieren.

Eine bessere Definition hatte mal Johannes Drischel in seinen Emoflex-Weiterbildungen :

Gesundheitsbild

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit.

Gesundheit ist, wenn ich dass, was ich jetzt gerade erlebe, ungestört von weiteren Innenwahrnehmungen, quasi automatisch in passende Gefühle umsetze. Gesundheit ist, wenn die Gefühle, die ich erlebe in ihrer Art und in ihrer Intensität dem aktuellen Moment entsprechen und auch wieder abklingen können. Gesundheit ist, wenn meine Wahrnehmung und meine Gefühle und Empfindungen dauerhaft eine Einheit bilden und sich parallel verhalten.
Gesundheit heisst aber auch, dass ich nicht durch Stressbelastungen bzw. emotionalem Lärm um mich herum aus der Form gerate. Das ich flexibel reagieren und mich mit Dienstschluss bis zum nächsten Tag oder nach dem Wochenende wieder erholen kann und nicht den emotionalen Sondermüll mit mir herumschleppe, den ich im Kontakt zu Patientinnen oder Kollegen fast zwangsläufig aufgeschnappt habe oder bei mir in einem Gespräch mit einer Patientin oder einem Patientin „übergeben“ wurde.
„Krankheit“ ist, wenn ich immer wieder irritiert werde, weil die Wahrnehmung dessen, was in mir und um mich herum passiert, und die Gefühle dazu, nicht zueinander zu passen scheinen. „Krankheit“ ist, wenn es Gefühle gibt, die keine Wahrnehmung, und Wahrnehmungen, die keine Gefühle zu haben scheinen. „Krankheit“ ist, wenn immer wieder Gefühle auftauchen, die in ihrer Art und in ihrer Intensität die Wahrnehmung des Augenblicks überschreiben dürfen und mich dadurch ein stückweit aus meiner Gegenwart herausreissen und dann kurzzeitig die Konzentration rauben bzw. eine kurze Konfusion auslösen, die eine Neuorientierung bzw. Neustart erfordern.

Krankheit ist aber eben auch, dass es „Notfallmechanismen“ gibt, um die Leere oder das Überfluten von Wahrnehmungen und Gefühlen zu kanalisieren, wie wir es bei unseren Patientinnen oder bei uns selbst alltäglich erleben.
Krankheit bedeutet auch, dass ich dauerhaft be-eindruckt bin und meine Gefühle eben nicht mehr frei mitschwingen bzw. regulieren können. So wie ein Ball auf Druck von aussen vielleicht seine Form verliert und nicht wieder in seine ursprüngliche Form zurück kommt bzw. irgendwann einfach „die Luft raus ist“. Oder aber wie bei einem Reglerpult, wenn ein Regler blockiert oder ein Knopf sich nicht mehr lösen lässt. Wichtig ist also, dass ich nicht „Einschnappe“ bzw. dauerhaft die emotionalen Erlebnisse des Tages in uns nachwirken oder meine Emotionssteuerung und mein Verhalten bestimmen.

Krankheit heisst auch, dass irgendwann sich diese Gefühle in Form von psychosomatischen Symptomen bzw. Schlafstörungen ein Ventil suchen werden bzw. die Zeit für die Regeneration immer länger bzw irgendwann nicht mehr ausreichend ist, um die inneren Batterien wieder aufzuladen und einem Burnout bzw…depressive Dekompensation zu entgehen.
Im Extremfall (speziell durch sekundäre Traumatisierung im gehäuften engen Kontakt mit traumatisierten bzw. dissoziativen Patientinnen) lösen dann schon der blosse Kontakt zu bestimmten Personen oder Patientinnen automatisierte Reaktionen wie ein Trigger aus. Man kann dann nicht mehr so reagieren, wie es als Therapeut (oder Angehöriger) professionell erforderlich bzw dem eigenen Menschenbild und Berufsethos entspricht. Jeder sensible Mensch wird da so seine eigenen emotionalen Verletzungen und „Schwachpunkte“ haben, die gerade unsere Patientinnnen häufig sehr genau erspüren und teilweise auch manipulativ (bei Borderline-Störungen) ansprechen, um ihre emotionale Bedürftigkeit indirekt einzufordern. Sich Abgrenzen können heisst auch, sich in Selbsterfahrung über seine eigenen Empfindsamkeiten bzw. Verletzungen / Traumata bewusst zu sein und handlungsfähig zu bleiben.

Ausgehend von diesem Grundverständnis von „gesund“ oder „krank“ ein wenig abseits der üblichen Definitionen von psychischen Störungen, möchte ich in der Seelenklempnerei auch einfache und schnell wirkende Hilfen zur eigenen emotionalen Stabilisierung hin zu mehr „Gesundheit“ in diesem Sinne aufzeigen.

Wie man sich in 7 Minuten grossartig fühlen kann

Diese 7,25 Minuten werden Ihnen Bestätigung geben. Der Kurzfilm Validation war und ist für mich immer wieder eine Bestätigung, wie wichtig Bestätigung ist.

Validation = Bestätigung drückt in Bildern aus, was die Psychotherapie in langen Sitzungen häufig nicht erreicht.

Wenn Ihnen das Video gefällt, teilen Sie diesen Beitrag, damit sich auch andere Menschen grossartig fühlen

Wie man Smartphon-Abhängigkeit am besten in 1 Minute behandelt

Sind Sie oder ihr Kind / Lebensabschnittsbegleiter Smartphone abhängig ? Ich bin es definitiv, da ich sogar in Arztbesprechungen ständig auf mein Iphone schaue.

Das folgende englischsprachige Erklärvideo vom ADHS-Experten Ed Hallowell verrät eine Methode zur Selbsttherapie bei Smartphone-Abhängigkeit, die in unter 60 Sekunden klappt.

 

Wie man mit Harry Potter Therapie machen kann

Viele meiner Patientinnen und Patienten kennen

Harry Potter und die Lebendigen Bilde

. Dort gibt es u.a. eine Tageszeitung („The daily prophet“), die absolut auf der Höhe der Zeit ist, da sie multimedialen (interaktiven) Content hat. Sie bietet u.a. „lebende Bilder“. Dabei kann man quasi auch in die Vergangenheit zurück. Soweit sind die heutigen Online- oder Tablett-Zeitungen noch lange nicht.

Timeline-Technik mit Lebendigen Bildern über interaktive Metaphern von Harry Potter

Harry Potter ist halt sehr bekannt und fast jeder hat eine eigene Fantasie dazu. Gerade auch bei Leuten, die die Bücher oder die Filme nicht gesehen haben.
Ideal für einen Seelenklempner. Und eine sehr interessante bzw. „lebendige“ Variante bzw. Ansatzmöglichkeit der sog. „Timeline-Technik“ (Zeitleiste).

Eine meiner Patientinnen berichtete mir in einer Therapiestunde, dass sie in der Kunststherapie eine Art „Zeitungsseite“ ihres Lebens gestaltet hätte. Fand ich eine tolle Idee.

Ich griff sie auf und fragte, ob die Zeitung auch eine Art „Tagebuch-Funktion“ habe. Also alle aktuellen Ereignisse und Einflüsse abbilden könnte.

Ja, das könne wohl sein. So sei beispielsweise das heutige Exemplar noch nicht ganz gefüllt.

„Da ist ein Riss“ in der Zeitung, so erklärte mir die Patientin.

Ich wurde neugierig.

Ich wollte wissen, ob dieser Riss „älter“ oder jung sei. Sie meinte, es müsste sich um einen älteren Riss handeln.

Harry Potter Lebendige Bilder bzw. die Zeitung als Archiv der Emotionen

Ich bat sie jetzt, sich eine Art Archiv ihres „Daily Prophet“ vorzustellen.
Das konnte sie sehr gut und so hatte sie jetzt quasi in abstrakter Form jeweils eine visuelle Tagesausgabe ihres Lebens.

Die Zeitungen hatten alle einen Riss an der gleichen Stelle. Und noch interessanter : Auch zukünftige „leere Blätter“ für die noch zu druckenden (bzw. zu visualisierenden) Ausgaben hatten quasi die gleiche Sollbruchstelle.

Ich erklärte ihr, dass dies möglicherweise ein Fehler in der „Vorlagenfunktion“ ihres Gehirns (sog. default mode modus) sein könnte. Den wir unbedingt „fixen“ sollten.

Dazu bat ich sie, sich in ihr „Zeitungsarchiv“ bis zu dem Moment zurück zu gehen, an dem der Riss zum ersten Mal erscheint.

Sie war selber erstaunt, aber das war ein Zeipunkt in der Pubertät. Ich fragte sie, wie sich das optisch in ihrer Zeitung bemerkbar machen würde.

„Die Seite selber ist ziemlich dunkel. Sie riecht miefig. Und sie ist verklebt. Da sind 2 oder mehr Seiten wie mit einem Leim miteinnder verklebt. Und dann hat sich der Riss ergeben“.

Schnell wurde klar, dass dieser „Riss“ mit einem sexuellen Übergriff zu tun hatte, der im Umfeld des Freundeskreises ihrer Familie stattgefunden hatte.

Ich möchte an dieser Stelle nicht genauer verraten, wie wir nun die Seite wieder repariert haben. Aber über die Emoflex(R)-Techniken haben wir zumindest den Riss gekittet, was sich dann auch nachhaltig auf die weitere Psyychotherapie auswirkte.

Mir ist in diesem Zusammenhang eher wichtig, dass man über die (auch als NLP bekannte) Time-Line-Technik eben an Dinge herankommen kann, an die man normalerweise als Therapeut so gar nicht denken würde.

 

Den Beitrag habe ich auch für die sehr interessante Blogparade Methodenpool erwähnt. Schaut einfach mal auf die Seite !

Seelenklempner = Psycho-Handwerk

Herzlich Willkommen in der Seelenklempnerei !

Hier geht es um Ansichtssachen aus der Welt des Psycho-Handwerks.

Hier findet man zukünftig kleine Erklär-Videos (sog. Psycho-Toons), die meine Sicht auf psychische Probleme darstellen. Etwas anders als gewöhnlich vielleicht, aber eben psycho-logisch. Natürlich ganz stark geprägt von meinem Austausch zu Emoflex mit Johannes Drischel.

Ich schaue mir psychische Fragestellungen wie ein Handwerker an, d.h. zunächst ohne subjektive Bewertungen / Abwertungen oder „Analysen“. Eher bildorientiert, d.h. „ohne Worte“ über Immaginationsverfahren. Einige Therapeuten würden das auch als Screen-Technik bezeichnen. Dies wiederum versuche ich nun in kleinen Bildschirm-Filmchen abzubilden.

Daneben soll Platz für Meldungen bzw. Anmerkungen zu neurobiologischen Grundlagen von Erschöpfung, Depressionen oder Burnout bis hin zu Trauma und Dissoziation bleiben.

Wer mich kennt weiss, dass auch das Thema ADHS nicht ganz ausgeblendet wird, das aber weiter in meinem Hauptblog beheimatet bleibt.